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Kirche

Nichts ersetzt das Feiern in der Kirche

15.06.2020
Im Sonntagsgottesdienst nach dem Corona-Shutdown war in der Stadtkirche Liestal vieles wie immer, anderes gewöhnungsbedürftig. Spürbar war die Freude über das reale Wiedersehen und Feiern in der Kirche.

Nach Pfingsten hielten etliche Kirchgemeinden wieder reguläre Sonntagsgottesdienste ab. So auch Liestal. Gut fünfzig Personen fanden am 7. Juni den Weg in die Stadtkirche. Mit wenigen Ausnahmen gehörten sie zur älteren Generation. Pfarrerin Doris Wagner zählte jedoch mehr Besucher als vor der Corona-Pandemie, darunter einige, die nicht zum Stammpublikum gehören. Und obwohl jede zweite Reihe abgesperrt war und sich wegen der Abstandsvorgabe nur zwei bis vier Personen in einer Reihe auf die markierten Plätze setzen durften, machte die grosse Kirche keinen leeren Eindruck.

Bevor man den Kirchenraum betrat, musste man die Hände desinfizieren und seinen Namen hinterlegen. Neben der Freude über die neue Normalität war auch eine leichte Verunsicherung spürbar ob des ungewohnten Rituals. Einmal Platz genommen, fühlte man sich dann aber schnell wohl. Der grösste Unterschied zu einem normalen Gottesdienst zeigte sich im Verzicht auf das Singen. Das Gesangbuch blieb im Regal, stattdessen trug die Sopranistin Amalia Montero Neira die Lieder vor und sorgte zusammen mit Ilja Völlmy an der Orgel für Gänsehautmomente.

Wenn sich das Leben plötzlich ändert
Nichts ersetze das Feiern und Reden in der Kirche, auch wenn die digitalen Gottesdienste während des Corona-Shutdowns wichtig gewesen seien, freute sich Doris Wagner, als sie nach dem langen Unterbruch die Gemeinde zum ersten Mal wieder vor Ort begrüsste. Passend zur schwierigen Zeit wählte sie das Predigtthema «Wenn sich das Leben plötzlich ändert», das sie mit der Erzählung von Saulus’ Bekehrung illustrierte. Es sei eine dieser biblischen Geschichten, welche die Erfahrungen von Menschen mit Gott schildern. Auch heute noch hätten diese Geschichten etwas zu sagen, indem man sein eigenes Leben im Spiegel der biblischen Erfahrungen betrachten und daraus Mut, Trost und Stärkung schöpfen könne, sagte Doris Wagner.

Saulus will die Anhänger von Jesus töten. Doch bevor er dies in Damaskus in die Wege leiten kann, erscheint ihm Jesus. Saulus bricht erst zusammen, lässt sich später taufen und nennt sich fortan Paulus. So wie Saulus könne das Unerwartete einen Menschen treffen und das Leben gerate aus den Fugen, sagte Doris Wagner. Manche hätten Corona auf diese Weise erlebt. «Solche Ereignisse zwingen uns dazu, das Leben zu überdenken.» Und vielleicht sollte man sich nicht nur fragen, warum etwas geschehe, sondern auch für was. Denn im Fall von Saulus hatte das Erlebnis, das ihn aus der Bahn warf, nicht nur Auswirkungen auf das Leben des Bekehrten, sondern auf die Entwicklung der gesamten Christenheit. Als Paulus wandelte sich der einstige Christenverfolger zum erfolgreichen Missionar, dank dem sich auf der ganzen Welt christliche Gemeinden bildeten.

Karin Müller


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