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Kirche

Hilfe für Betroffene der Corona-Pandemie und fürs Frauenhaus

25.08.2020
Die diesjährige Bettagskollekte unterstützt das Frauenhaus Aargau-Solothurn und das Soforthilfeprogramm für Corona-Betroffene des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen Schweiz.

Die Aufnahmen waren so beschämend wie schockierend. Kurz nach dem Lockdown standen in Genf 2500 Menschen stundenlang in einer Schlange, um einen Sack Lebensmittel im Wert von 20 Franken zu erhalten. Die Bilder zeigten nur die Spitze der Auswirkungen des Lockdowns. In Genf, einer der reichsten Städte der Welt, standen plötzlich Tausende Menschen – meist Sans-Papiers, Migranten und Flüchtlinge, die von Gelegenheitsjobs leben – vor dem Nichts. Viele Hausangestellte und Reinigungskräfte verloren von einem Tag auf den anderen ihre Arbeit. Für ihre Madames waren die Migranten zum Gesundheitsrisiko geworden, Anrecht auf Arbeitslosengelder hatten die Migranten keines, da sie nicht versichert sind.

Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz Heks reagierte sofort und baute das Projekt «Permanences volants» aus. Hier fanden die bedürftigen Migranten Beratung und Unterstützung. Anfang April startete Heks sein Soforthilfe-Programm für Menschen in der Schweiz und im Ausland, die wegen der Corona-Pandemie in Not geraten sind. Heks richtete ein «Hilfstelefon» ein, auf dem Migranten in den verschiedensten Sprachen Beratung erhielten. Denn viele Migranten bekamen wegen Corona Mühe, ihren Alltag zu bewältigen, und brauchten Unterstützung.

Aufgabenhilfe per Video für sozial benachteiligte Kinder
Mit dem Lockdown schlossen die Schulen, die Kinder mussten zu Hause lernen. Das überforderte Familien, vor allem die fremdsprachigen. Heks reagierte rasch und lancierte die Lernhilfen für Kinder von sozial benachteiligten Familien in den Regionen Ostschweiz und Bern. Das Projekt «Lernhilfe über Videochat» basiert auf Tandems zwischen Freiwilligen und Primarschulkindern, deren Eltern wegen sprachlicher oder anderer Barrieren ihre Kinder nur beschränkt unterstützen können.

Nicht nur die Kinder profitieren vom Angebot, auch die Freiwilligen. Eine ist die pensionierte Schulpsychologin Margrit Huber: «Ich bin 67 und gehöre zur Corona-Risikogruppe. Die Online-Aufgabenhilfe bringt jetzt eine gewisse Struktur in meinen Alltag zurück und ich kann dabei einem Kind und seiner Familie die Unterstützung geben, die sie benötigen.»

«Mit der Rückkehr der Kinder in die Schulklassen und den Alltag stellte Heks die Lernhilfe und das Hilfstelefon fürs Erste ein», erklärt Dieter Wüthrich, Medienbeauftragter von Heks. Doch andere Projekte wie die Unterstützung der Migranten, sei es im Bereich Integration mit dem Projekt «AltuM», bei Fragen der Arbeit, des Rechts und des Wohnens, seien jetzt besonders gefragt. Die Corona- Pandemie und die Schwierigkeiten der Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, sind noch nicht vorbei.

Notfallplätze für gewaltbetroffene Frauen
Die diesjährige Bettagskollekte unterstützt auch das Frauenhaus Aargau-Solothurn. Die Einrichtung bietet gewaltbetroffenen Frauen mit und ohne Kindern einen geschützten temporären Wohnraum. Fachpersonen erarbeiten mit den Betroffenen erste Schritte hin zu einer gewaltfreien und selbstbestimmten Lebensgestaltung und unterstützen die Frauen bei der Umsetzung. Zusätzlich bietet das Frauenhaus Aargau-Solothurn Frauen in akuten Krisensituationen eine vorübergehende betreute Wohnmöglichkeit an.

Tilmann Zuber


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