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Leben & Glauben

«Ich bin eine Macherin»

22.09.2020
Die SP-Frau Christine Thommen hat die Stadtratswahl mit einem Glanzresultat gewonnen. Die Kirchenstandspräsidentin der Kirchgemeinde Schaffhausen-Buchthalen setzt auf christliche Werte.

Christine Thommen ist stets in Bewegung. Stillstand ist ihr wesensfremd. Das verraten ihre wachen Augen, ihre lebhafte Gestik und ihr helles Lachen, wenn sie erzählt. Grade berichtet sie von Dingen, die sie freuen: Von der gewonnen Stadtratswahl. Und der breiten Unterstützung in der Zeit des Wahlkampfs. «Diese Erfahrung möchte ich niemals missen», sagt sie und erzählt von tollen menschlichen Begegnungen, Zusprüchen von wildfremden Menschen und Freundinnen, die dafür gesorgt haben, dass sie nicht vom Fleisch fällt: «Eine Freundin hat mir sogar angeboten, vorgekochtes Gemüse in meinen Briefkasten zu tun», lacht sie.

Dann erzählt sie auch von schwierigen Momenten: «Es gab politische, mutmasslich wahlkampfmotivierte Vorstösse im Zusammenhang mit meiner Tätigkeit bei der KESB sowie auch eine Flyer-Attacke gegen meine Person.» Seit 2013 präsidiert Christine Thommen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Schaffhausen KESB. Und seit 10 Jahren ist sie Präsidentin der Kirchgemeinde Schaffhausen-Buchthalten.

Langjähriges Engagement für die Kirchgemeinde Buchthalen
Aber blicken wir auf den Anfang der grossen Liebe zwischen der gebürtigen Baslerin und der Stadt Schaffhausen. Denn wiederum die Liebe hat die junge Juristin vor 18 Jahren nach Schaffhausen geführt. Nach drei Jahren zerbrach diese Beziehung. Doch Christine Thommen fasste beruflich und privat Fuss in der Munotstadt: «Ich habe mich hier stets von offenen und warmherzigen Menschen aufgenommen und auch gefördert gefühlt», sagt sie.

Christine Thommen ist eine Macherin: «Ich bin ein Mensch, der gerne führt, entscheidet und handelt. Ich übernehme gerne Verantwortung und setzte mich ein für Dinge, die mir wichtig sind.» Dazu zählt auch ihr langjähriges Engagement als Präsidentin der Kirchgemeinde Schaffhausen-Buchthalen. «Im Kirchenstand wurde mir bewusst, dass die Kirche mit ihrer sozialen Arbeit eine überaus wichtige gesellschaftliche Funktion übernimmt. Davon bin ich gerne Teil.»

Nach ihrem persönlichen Glauben gefragt, sagt sie: «Der Gedanke an Gott ist für mich eine schöne hoffnungs- und haltgebende Vorstellung. Beim morgendlichen Joggen danke ich ihm oft dafür, wie gut es mir geht und wie schön unsere Welt ist. Das erfüllt mich mit grosser Dankbarkeit.» In die sich auch eine gewisse Sorge mischt: «Wir müssen unsere Welt für die nachfolgenden Generationen erhalten, clever mit unseren natürlichen Ressourcen umgehen und unsere Umwelt im Kleinen und Grossen schützen.»

Christliche Werte vertreten
Dazu gehört auch die Stadt Schaffhausen. «Unsere tolle Stadt muss lebendig bleiben. Wir sollten zum Beispiel ihre Plätze aufwerten und begrünen, damit sich die Menschen gerne dort begegnen», sagt die Politikerin.

Schliesslich kommt Christine Thommen zu einem Herzensanliegen: «Alle Kinder sollten unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Umfeld chancengleich ins Leben starten können. Deshalb möchte ich mich für eine frühe Förderung und die dafür notwendigen Strukturen einsetzen.»

Ende Jahr wird die Berufsfrau das Präsidium bei der KESB abgeben. Und ab Januar ein Referat im links-grünen Stadtrat leiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es das Sozial- und Sicherheitsreferat sein wird, ist hoch.

Wird sich ihre Verbindung zur Kirche im politischen Amt zeigen? «Ich denke schon», sagt Christine Thommen und führt aus: «Die Werte einer Politikerin schlagen sich in ihrer Arbeit, in ihren Projekten nieder. Meine christlichen Werte sind im Sozialen und im Bewahren der Schöpfung verankert. Ich denke zum Beispiel an Solidarität, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, aber auch an Gewaltlosigkeit auch in kontroversen politischen Diskussionen, also an gegenseitigen Anstand und Respekt. Ich hoffe, ich kann da eine gute Kultur mit einbringen.»

Adriana Di Cesare


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