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Leben & Glauben

«Die Kirche wird gebraucht»

28.12.2020
Doris Schneider aus Nusshof tritt im Januar ihr neues Amt als Synodale in der Reformierten Kirche Baselland an. In der Kirchenpflege engagiert sie sich seit längerem. Ihr ist es wichtig, sich am Leben im Dorf zu beteiligen.

Doris Schneider ist im Herbst in die Synode der Reformierten Kirche Baselland gewählt worden. An der Synode vom 26. und 27. Januar wird sie ihr Amt zum ersten Mal ausüben, den Synodevorstand und den Kirchenrat wählen und die erste Lesung der neuen Finanzordnung in Angriff nehmen.

In der Kirche engagiert sich Doris Schneider als Mitglied der Kirchenpflege Wintersingen-Nusshof bereits seit zwei Jahren. «Die Kirche gehört zum Leben und wird gebraucht», findet sie. Für eine Kandidatur als Synodale habe man sie aber mehrmals anfragen müssen, gesteht sie. Als sie dann aus der Schulpflege Wintersingen zurückgetreten sei, habe sie eingewilligt, diese neue Aufgabe zu übernehmen.

Das Engagement für das Dorf, in dem sie mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen lebt, ist ihr wichtig. So gehört sie auch dem Vorstand des Frauenvereins an. «Man lernt immer wieder neue Leute und andere Sichtweisen kennen, das finde ich spannend», sagt sie. Doris Schneider zog 2003 mit ihrem Mann nach Nusshof. Aufgewachsen ist sie in Langnau im Emmental, was man ihr bis heute anhört. Ihre Mutter lebt immer noch dort.

Nachtwache im Altersheim
Als die ausgebildete Zahnarztgehilfin selber Mutter wurde, wollte sie berufstätig bleiben. Doch Grosseltern, die ihre kleinen Kinder hätten betreuen können, waren keine da. Nach einer Weiterbildung beim Roten Kreuz fand Schneider einen Job als Nachtwache im Alters- und Pflegeheim Jakobushaus in Thürnen, wo sie nun schon im elften Jahr arbeitet. Nachts war ihr Mann zu Hause, tagsüber kümmerte sie sich um die Buben. «Ich kam am Morgen nach Hause und blieb einfach wach», erzählt sie. «Heute kann ich es mir fast nicht mehr vorstellen, aber es ging.» Ihre Söhne sind mittlerweile 11, 13 und 19 Jahre alt und selbstständig.

Den alten Leuten zuhören
Bis heute übernimmt Doris Schneider ausschliesslich Nachtwachen. In der Nacht gehe es ruhiger zu als tagsüber, sie könne sich mehr Zeit für die Bewohnerinnen und Bewohner im Heim nehmen, sich zu jemandem hinsetzen und zuhören: «Die älteren Leute haben viel Interessantes zu erzählen.» In der Nacht spüre sie wenig von der Corona- Pandemie, ausser dass man die Schutzkonzepte einhalten müsse, aber das sei in medizinischen Berufen normal. «Wir haben sehr viel Glück, bis jetzt hat sich noch niemand mit dem Virus infiziert», sagt Doris Schneider.

Die Pandemie beschäftigt sie trotzdem. Ihre Mutter im Emmental sei oft allein, Besuche in der jetzigen Situation schwierig. Dazu kämen die ständige Unsicherheit und die fehlende Spontaneität. Sie denke auch an all diejenigen, die wegen der Pandemie ihre Lebensgrundlage verlieren – «da bin ich dankbar, dass ich eine Arbeit habe».

Ihrer ersten Synode sieht die 49-Jährige «ein wenig nervös» entgegen, alles sei neu und in die anstehenden Geschäfte müsse sie sich noch einarbeiten: «Auf keinen Fall möchte ich unvorbereitet sein.» Gleichzeitig sei sie gespannt und offen für das, was sie erwartet. Zudem sei sie nicht allein. Als Bisherige sitzt für die Kirchgemeinde Wintersingen-Nusshof Pfarrerin Sonja Wieland weiterhin in der Synode. «Ich freue mich über ihre Unterstützung», so Doris Schneider. Mit der Wahl der beiden Frauen konnte die Oberbaselbieter Kirchgemeinde beide ihr zur Verfügung stehenden Sitze besetzen.

Karin Müller


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