Logo
Wirtschaft

Spenden

Trotz Corona-Krise ist die Solidarität gross

25.01.2021
Trotz Corona-Pandemie konnten die Hilfswerke das letzte Jahr positiv abschliessen. Wegen der Solidarität und den Spenden aus der Bevölkerung.

Geschlossene Kirchen, beschränkte Besucherzahl im Gottesdienst, Einreiseverbot für Gäste aus Übersee und Sammelkampagnen, die nur digital stattfanden. 2020 war für viele Fund-raiser ein Albtraum, denn das Corona-Virus erschwerte den Weg zu den Spenderinnen und Spendern und zu den Kollekten der Kirchgemeinden. Doch im Moment können die Hilfswerke fürs Erste aufatmen. Die Rechnung 2020 sieht nicht so schlecht aus, wie befürchtet.

Rekordjahr 2019
Eine von der Stiftung Zewo durchgeführte Umfrage zeigt, die Hilfswerke konnten im letzten Jahr auf die Solidarität der Bevölkerung zählen. Bei den meisten Hilfswerken blieb das Spendenresultat stabil, trotz Corona-Pandemie. 2019 verzeichneten die Schweizer Hilfswerke mit 1,91 Milliarden Franken ein Rekordjahr.

Auch die Werke der reformierten Kirche bestätigen dies. «Grundsätzlich konnten wir die Einnahmen halten», erklärt Christoph Rácz, Medienbeauftragter von Mission 21. Zum einen haben Stiftungen die Projektfinanzierungen gutgeheissen, zum anderen seien die Beiträge aus den Kantonalkirchen und Kirchgemeinden nicht eingebrochen. Erfreulich seien die vielen privaten Spender und Spenderinnen, die tiefer in die Tasche gegriffen haben. Rácz fiel auf, wie einfallsreich die Kirchgemeinden reagierten. Statt den traditionellen Suppentag boten einzelne eine «Soup to go» an oder verkauften Zopf oder Adventskränze.

Private Spenden haben zugenommen
Ähnlich tönt es bei «Brot für alle» und dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz Heks. 2020 hätten die privaten Spenden zugenommen, während jene aus kirchlichen Quellen geringer ausfielen, sagt Lorenz Kummer, Mediensprecher von «Brot für alle». Die Einnahmen aus der Ökumenischen Kampagne gingen um 22 Prozent zurück. «Das lag klar am Lockdown und der Corona-Pandemie», so Kummer.

50‘000 Rosen verschenkt
Die jährliche Rosenaktion wurde kurzfristig abgesagt. Statt zu verkaufen, verschenkte man 50‘000 Rosen kurzerhand an Pflegeheime und das Pflegepersonal. «Als Zeichen des Dankes für den Einsatz», sagt Kummer. Allein aus der Rosen- und Brotaktion gingen 233‘000 Franken weniger ein als im Jahr zuvor.

Auch Heks spürte, dass die Kollekten wegen der eingeschränkten Gottesdienste zurückgingen. «Zum Glück sprangen private Spender grosszügig ein», berichtet Dieter Wüthrich. Der Heks-Informationsbeauftragte ist beeindruckt, wie viele in der Schweiz trotz schwieriger wirtschaftlicher Situation solidarisch sind und an die Menschen in den Entwicklungsländern denken. Auch dort zeigt die Corona-Pandemie verheerende Auswirkungen. Der Lockdown treibe die Menschen in Peru in die Armut, sagt Christoph Rácz. «In vielen Ländern des Südens fehlt jegliche staatliche Unterstützung.»

Projekte gegen Corona
Auf Covid-19 haben die Hilfswerke mit Projekten reagiert: Heks richtete in der Schweiz ein Hilfetelefon für Migranten ein. In Haiti hat Heks Nähwerkstätten mit der Herstellung von Schutzmasken beauftragt, die unter anderem an Spitäler geliefert wurden. Und um die Ausbreitung des Virus in Venezuela einzudämmen, sorgt das Heks zusammen mit einer lokalen Gesundheitsorganisation für dieDesinfektion von Lateinamerikas grösstem Universitätsspital in Caracas.

Für 2021 wagen die Mediensprecher keine Prognose. Sie befürchten, dass die heiklen Zeiten anbrechen, wenn die Steuereinkommen zurückgehen und damit die Einnahmen der Kirchgemeinden. Am 17. Februar startet die Ökumenische Sammelkampagne von «Brot für alle», auch in diesem Jahr wird wegen Corona alles anders.

Tilmann Zuber, kirchenbote-online


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Zwischen Zebra und Löwe  | Artikel

An der St. Galler Olma kann man sich hinter einer Krippe fotografieren lassen – umgeben von exotischen Tieren. Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt die reformierte Kiche des Kantons St. Gallen.


«Pilger»  | Artikel

Mit dem Lied «Mariam Matrem», vorgetragen vom «Pilgerprojektchor Inscriptum», erleben wir in diesem kurzen Trailer die «Pilger» des Künstler Johann Kralewski, wie sie in der Offenen Kirche St.Gallen auf das Graffiti «des offenen Himmels» von Stefan Tschirren blicken und sich in die Kirche St.Mangen bewegen - am 24.9.2021. Leitung des Projektchors: Walter Raschle. Clip: Andreas Schwendener

Umzug in die Kirche St. Mangen in voller Länge (38 Minuten).


«Back to the roots!» mit Zen-Meister Niklaus Brantschen  | Artikel

«Back to the roots», die Folge 24 von «Zauberklang der Dinge», verbindet die Refrains von zwei Liedern, die Peter Roth nach Gedichten von Dschallalu Din Rumi geschrieben hat. Beide giessen die tiefsten Einsichten aller Mystikerinnen und Mystiker, zu allen Zeiten, in poetische Worte und Bilder. In «This body is a rose» hören wir: Während Formen kommen und gehen, ist ihre Essenz unvergänglich, ewig! Und in «Don’t go away» sagt Rumi: Die ganze Schöpfung, alles fließt aus der gleichen Quelle – kehren wir zu ihr zurück – back to the root of the root! Barbara Balzan und Niklaus Brantschen – die junge Sängerin und der alte Zen-Meister, die Frau und der Mann – teilen ihre Gedanken zu diesen Liedern.


Bloggen Sie mit!  | Artikel

Der Kirchenbote hat neu einen Blog. Reden Sie mit, schauen Sie herein. Es warten spannende Themen auf Sie.