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Kirche

Von Weihnachten bis Ostern: 100 Tage Hoffnung

26.02.2021
Auf dem Digitalportal Youtube präsentiert die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt in der dunklen Jahreszeit Videos von Kirchenleuten, die Hoffnung machen.

Im Jahr 2021 dauert es genau 100 Tage von Weihnachten bis Ostern. In dieser vorwiegend dunklen Zeit spannt die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt einen Hoffnungsbogen und lässt Pfarrerinnen und Kirchenleute in Zeiten von Corona im Youtube-Kanal über Erfreuliches und Tröstliches sprechen. Die fünf- bis siebenminütigen Sequenzen stellen das Prinzip Hoffnung ins Zentrum. Das Intro der Videos zeigt jeweils eine sich öffnende Blüte und wird untermalt durch die Musik des Basler Komponisten Balz Aliesch.

Die Kraft der Natur
Pfarrer Luzius Müller vom Unipfarramt zeigt am Beispiel von dürren, trockenen Bohnen, dass aus unansehnlichen Samen bis im Sommer jeweils grosse Ranken wachsen, die Blüten hervorbringen. «Obschon der Januar dunkel und kalt ist, merkt man ab dem 25. Tag, dass die Sonne später untergeht.» Dann wisse man, dass der Winter bald zu Ende ist, die Tage wieder länger und die Temperaturen ansteigen werden. Er persönlich hoffe, dass spätestens in der wärmeren Jahreszeit die Corona-Impfungen ihre Wirkung entfalten.

Kirchenratspräsident Lukas Kundert erklärt unter dem Titel «Der Weihnachtskaktus und das Hoffen auf den Elefanten im Raum», dass Jesus jeweils einen Zeithorizont von drei Monaten im Auge hatte, wenn er mit den Leuten sprach. «Was weiter in der Zukunft liegt, weiss man nicht. Haltet euch daran fest, wenn ihr im Moment etwas vor Augen seht.» Für Jesus sei immer klar gewesen, dass es gut komme, selbst wenn er weiss, dass er untendurch muss. Wenn wir wissen wollen, ob es gut kommt, würden wir oft das Mäuschen vor uns beobachten und dabei den Elefanten hinter uns übersehen. Am Beispiel des in Rekordzeit entwickelten Corona-Impfstoffs verdeutlicht Kundert, dass eine Mehrheit der Menschen nur die Probleme, in diesem Fall das Mäuschen in Form der aktuell unzureichenden Impfdosen, sieht und nicht den Elefanten, das heisst, dass der Impfstoff in rekordverdächtigen zehn Monaten entwickelt wurde – und nicht, wie ursprünglich angenommen, in zehn Jahren.

Winterlinge
Die aktuelle Schneedecke ist für Pfarrerin Monika Widmer ein Sinnbild für die Corona-Situation. Momentan sei das soziale Leben unter «einer kalten Decke» begraben. Durch die Corona- Einschränkungen sei unser Dasein alles andere als wunderbar und lebendig. Am Beispiel der Winterlinge, eine der ersten Frühlingsblumen, zeigt Widmer auf, dass «wenige Sonnenstrahlen ausreichen, um das Spriessen in Gang zu bringen und die Pflanzen aus dem Boden zu locken. Wie die Winterlinge warten wir unter der Schneedecke auf die Sonnenstrahlen, um das Leben wieder zum Blühen zu bringen.» Auch in der Bibel habe es Geduld gebraucht, als die Menschen nach dem Auszug aus Ägypten den langen und beschwerlichen Weg ins Gelobte Land zurücklegten. Damals habe es ebenfalls viel Murren und zuweilen Zorn während der Durststrecken gegeben. «Erst rückblickend haben die Menschen erkannt, wo und wie Gott mit ihnen auf dem Weg war.»

Pfarrer Stefan Fischer erzählt in seinem Video die Legende vom Benediktinermönch Laurentius aus Trier, der um 1100 im tiefsten Winter eine Wanderung machte und im Schnee eine Rose blühen sah. Die Christrose oder Schneerose, wie sie auch genannt wird, stehe seither als Symbol für Christus, der in tiefster Nacht erschienen ist, und für das Prinzip Hoffnung. «In den Tagen, in denen Frost und Kälte das Leben erstarren lassen, da blüht die Christrose», sagt Fischer. Das gebe ihm Hoffnung.

Hoffnungsvideos

Toni Schürmann


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