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Gesellschaft

Lokal und ökumenisch

25.03.2021
Seit bald dreissig Jahren berichtet «Oekumera» aus den Pfarreien und Kirchgemeinden der Region. Auch wenn die Sendung nur 90 Sekunden dauert, gibt sie einen spannenden Eindruck vom kirchlichen Leben.

Sie dauern nur 90 Sekunden lang. Und doch geben die Beiträge von «Oekumera» ein gutes Bild, was in den Kirchgemeinden und Pfarreien in der Region Solothurn, Olten und Langenthal sowie Oberaargau geschieht. Seit bald 30 Jahren strahlt Radio 32 regelmässig diese kirchliche Sendung aus. Inzwischen sind religiöse Beiträge in den Privatradios eine Seltenheit. Neben Radio 32 kann man solche nur noch auf Radio Zürichsee und Radio Berner Oberland hören.

Am Anfang standen «Oekumera» alle zwei Wochen 15 Minuten zur Verfügung, dann noch 6 Minuten. Heute berichtet die Sendung am Mittwoch und Freitag jeweils während eineinhalb Minuten über das kirchliche Leben in der Region. Die Kürze habe nichts damit zu tun, dass Religion in vielen Redaktionen ein Mauerblümchendasein friste, erklärt Daniel Gerber, Redaktor und Produzent von «Oekumera». In den Privatradios wurden die Wortbeiträge in den letzten Jahren zugunsten der Musik stark gekürzt. «Ausserdem gibt es bei der Kirche und Religion durchaus spannende Themen und in 90 Sekunden könne man sehr, sehr viel berichten.»

Daniel Gerber, der für verschiedene Medien unterwegs ist, war Redaktor bei Radio 32, als ihn der Chefredaktor im Jahr 2000 fragte, ob er die Sendung übernehmen wolle. Gerber sagte sofort zu. Er ist überzeugt, dass «Oekumera» ein wichtiges und interessantes Gefäss darstellt.

Niederschwelliges Angebot
«Oekumera» sei ein gutes Gefäss, um über die Kirche zu berichten, erklärt Thomas Gehrig, Präsident der Trägerschaft. Als niederschwelliges Angebot setze die Sendung auf lokale Geschichten aus den Kirchgemeinden und Pfarreien. Man wolle nicht über Gott und die Welt aus Übersee berichten, sondern direkt über das kirchliche Leben vor der Haustüre. Die Sendungen seien so professionell gemacht, dass sie auch Kirchenferne erreichen. «Oekumera bildet eine Nische im Hauptprogramm», erklärt Thomas Gehrig.

Daniel Gerber, oft zwischen Olten, Solothurn und Grenchen unterwegs, besucht Kirchen und Gemeindehäuser und hält Pfarrern und Pfarrerinnen, Priestern, Sozialdiakonen und anderen das Mikrofon hin. Zu Hause schneidet er die Beiträge, bevor diese dann aus dem Studio von Radio32 gesendet werden. Gerber achtet darauf, dass alle Konfessionen und Regionen zum Zuge kommen. So berichtete er im letzten Monat über die «Corona-Passion» in Wangen SO, in der digitale Schauspieler und Schauspielerinnen die Leidensgeschichte Jesu erzählen.

Er interviewte Mario Hübscher, Priester im Pfarrraum Olten, über einen Ehekurs, den die Kirchgemeinden anbieten. Zwölf Paare setzen sich jeweils an den Kursabenden mit den verschiedensten Aspekten einer Beziehung auseinander, angefangen bei der Kommunikation über Vergebung bis hin zu Zärtlichkeit und Sex. Ein Paar meldete zurück, dass der Kurs neuen Schwung in ihre Beziehung gebracht habe. Der Moderator sprach mit einem Pater des katholischen Hilfswerks «Kirche in Not» über die Krise in Belarus. Und im Hinblick auf Ostern wird Daniel Gerber über das Projekt «Weg zu Ostern » der reformierten Kirchgemeinde Olten berichten.

«Viele, die nur an Weihnachten den Gottesdienst besuchen, wissen gar nicht, was die Kirchen alles leistet», sagt der Redaktor. Ziel seiner Sendungen sei es, dies sichtbar zu machen und darzustellen, wie relevant die Kirchen in der Gesellschaft sind. Gerade im sozialen und kulturellen Bereich, und dies auch in der Region. Während der Corona-Pandemie zeigt sich, wie innovativ und aktiv viele der Kirchgemeinden und Pfarreien sind.

Gelebte Ökumene
In der Trägerschaft spiegelt sich der konfessionelle Flickenteppich der Region: «Oekumera» ist ein Gemeinschaftswerk der Reformierten Kirche Kanton Solothurn, der Reformierten Bezirkssynode Solothurn, der Katholischen Synode des Kantons Solothurn und des Christkatholischen Synodenverbands Kanton Solothurn, der Katholischen Kirche Langenthal sowie des Reformierten Kirchlichen Bezirks Oberaargau. Für Thomas Gehrig ist «Oekumera» ein gutes Beispiel für die gelebte Ökumene. Katholische und christkatholische Pfarreien und die reformierten Kirchgemeinden seien hier gemeinsam unterwegs und würden sich dadurch befruchten.

Tilmann Zuber

Im Ökumera vom 24. und 26. März erklärt die Reformierte Pfarrerin Melanie Ludwig die Oster-Installation, die sie in Olten sowohl in der Pauluskirche wie auch in der Friedenskirche eingerichtet hat. In jeder Woche vor Ostern kommt eine neue Station dazu, die Besucher können an einem beliebigen Tag zu einer beliebigen Zeit Impulse für das Leben sammeln. Die Idee entstand aus einem ähnlichen, gut besuchten Stationen-Weg, den Melanie Ludwig vor Weihnachten 2020 eingerichtet hatte.


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