Logo
Kultur

Geistliche Musik

Ehrendoktor für Rudolf Lutz

04.05.2021
Er beherrscht Barock ebenso wie Jazz und vor allem kennt er Johann Sebastian Bach. Nun hat die Universität Zürich Rudolf Lutz, dem musikalischen Leiter der J.S. Bach-Stiftung, die Ehrendoktorwürde verliehen.

Die theologische Fakultät der Universität Zürich würdigt «damit seine Verdienste um die Vermittlung von Musik und Wort in der Gesamtaufführung des Vokalwerks von Johann Sebastian Bach und in innovativen Werkeinführungen sowie seinen langjährigen Einsatz zur Vermittlung geistlicher Musik in der Schweiz und im Ausland», wie es in einer Mitteilung der Bach-Stiftung heisst.

Diese Ehrung komme einer Bestätigung des Stiftungszwecks gleich, so der Gründer und Stiftungspräsident Konrad Hummler. Die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen AG konzentriert sich auf das Vorhaben, das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach innert 25 Jahren aufzuführen. Diese Aufgabe wurde dem Dirigenten Rudolf Lutz übertragen. Das erste Konzert fand 2006 statt. Seither hat er zusammen mit Chor und Orchester der Bach-Stiftung und zahlreichen Solistinnen und Solisten bereits über 140 der rund 220 Vokalwerke des Thomaskantors aufgeführt und in Ton und Bild eingespielt. Das Projekt der Gesamtaufnahme wird bis etwa 2027 dauern.

«Jede gesetzte Note ist wohlüberlegt»
Die Aufführungspraxis von Rudolf Lutz orientiert sich eng am historischen Original. Die Bedeutung der Texte, die Bach vertonte, ist zentral für die Lutz’sche Interpretation. «Jede von Bach gesetzte Note war wohlüberlegt», so der Geehrte.

Rudolf Lutz wurde 1951 in ein musikalisches Elternhaus in St. Gallen geboren. Schon als Kind habe er beim Singen das Improvisieren geliebt, erzählte er. Achtjährig begann er mit dem Klavier-, mit elf Jahren das Orgelspiel. Als Jugendlicher war er Organist in der Lutherischen Diasporagemeinde. Es folgte das Lehrerseminar in Rorschach, die Ausbildung am Konservatorium in Winterthur, Zürich und an der Musikakademie in Wien. Bei Jean Claude Zehnder und Anton Heiller studierte Rudolf Lutz Orgel, bei Christoph Lieske Klavier, bei Karl Österreicher das Dirigieren.

«The Lutz Brothers»
Bis 2008 leitete Lutz den Bach-Chor in St. Gallen. Bis 2013 spielte er Orgel in der evangelischen Stadtkirche St. Laurenzen. Lutz lehrte und dozierte an der Schola Cantorum Basiliensis, an der Hochschule für Musik Basel und an der Musikhochschule Zürich. Er liebt aber auch die Volksmusik und den Jazz, tritt mit seinem Bruder als «The Lutz Brothers» auf. Das monatliche «Singen für Ältere» in St. Mangen-St. Gallen leitet er seit 1977.

Dirigieren, komponieren
Als Komponist ist Rudolf Lutz für Werke wie seine Sinfonia für die Kantate BWV 158 von Bach oder sein Weihnachtsoratorium in englischer Art («An English Christmas») bekannt. Heute widmet er sich Konzertengagements und Meisterkursen, aber vor allem der Aufführung des Bach-Werks als künstlerischer Leiter und Dirigent. Lutz erhielt 2006 den Kulturpreis des Kantons St. Gallen und 2019 den Schweizer Musikpreis. Seit 2021 reiht sich nun der Ehrendoktortitel der Universität Zürich ein.

Katharina Meier, kirchenbote-online

Die Bach-Stiftung
Die J. S. Bach-Stiftung besteht seit 1999. Sie bezweckt «die Förderung des Kulturlebens in der Region Ostschweiz, indem sie Trägerschaften und Einzelpersonen unterstützt, die sich in edukativer Weise um die öffentliche Aufführung des Gesamtwerkes von Johann Sebastian Bach bemühen, um so insbesondere der Jugend die Bedeutung seines musikalischen Schaffens näherzubringen». 2011 wurde eine zweite Stiftung, die Internationale J.S. Bach-Stiftung Zürich, ohne Einschränkung auf die Region, mit Sitz in Zürich, gegründet. 2016 wurde die J. S. Bach-Stiftung St. Gallen AG als Tochtergesellschaft ins Leben gerufen. Sie setzt seither den künstlerischen Auftrag der Mutterstiftung auf der operativen Ebene um. www.bachstiftung.ch


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Zwischen Zebra und Löwe  | Artikel

An der St. Galler Olma kann man sich hinter einer Krippe fotografieren lassen – umgeben von exotischen Tieren. Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt die reformierte Kiche des Kantons St. Gallen.


«Pilger»  | Artikel

Mit dem Lied «Mariam Matrem», vorgetragen vom «Pilgerprojektchor Inscriptum», erleben wir in diesem kurzen Trailer die «Pilger» des Künstler Johann Kralewski, wie sie in der Offenen Kirche St.Gallen auf das Graffiti «des offenen Himmels» von Stefan Tschirren blicken und sich in die Kirche St.Mangen bewegen - am 24.9.2021. Leitung des Projektchors: Walter Raschle. Clip: Andreas Schwendener

Umzug in die Kirche St. Mangen in voller Länge (38 Minuten).


«Back to the roots!» mit Zen-Meister Niklaus Brantschen  | Artikel

«Back to the roots», die Folge 24 von «Zauberklang der Dinge», verbindet die Refrains von zwei Liedern, die Peter Roth nach Gedichten von Dschallalu Din Rumi geschrieben hat. Beide giessen die tiefsten Einsichten aller Mystikerinnen und Mystiker, zu allen Zeiten, in poetische Worte und Bilder. In «This body is a rose» hören wir: Während Formen kommen und gehen, ist ihre Essenz unvergänglich, ewig! Und in «Don’t go away» sagt Rumi: Die ganze Schöpfung, alles fließt aus der gleichen Quelle – kehren wir zu ihr zurück – back to the root of the root! Barbara Balzan und Niklaus Brantschen – die junge Sängerin und der alte Zen-Meister, die Frau und der Mann – teilen ihre Gedanken zu diesen Liedern.


Bloggen Sie mit!  | Artikel

Der Kirchenbote hat neu einen Blog. Reden Sie mit, schauen Sie herein. Es warten spannende Themen auf Sie.