Logo
Kultur

«Pauluskirche mit Stimmen und Stimmungen füllen»

21.06.2021
Die von Karl Moser entworfene Pauluskirche zählt zu den schönsten Gebäuden in Basel. Ab Frühherbst 2022 wird sie neu als Kulturkirche und Plattform für Chormusik genutzt.

«Die aktuellen Entwicklungen stimmen uns optimistisch, dass die kulturelle Durststrecke bald überwunden ist und es den Chören wieder möglich sein wird, das Publikum mit ihren Konzerten zu begeistern», sagt Bruno Lötscher-Steiger, Präsident des konfessionell neutralen und gemeinnützigen Vereins Kulturkirche Paulus. Der im September 2020 gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Pauluskirche als lebendigen, öffentlichen Veranstaltungs- und Quartierort – als Ort der Kultur, des Feierns und Verweilens – zu erhalten.

Plattform für Chormusik
Ende März sprachen die Synodalen der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt an ihrer ausserordentlichen Sitzung für die Nutzungserweiterung der Pauluskirche als Ort der Spiritualität und als Konzertplattform für Chormusik 500000 Franken für bauliche und infrastrukturelle Massnahmen. Das Konzept des Projektentwicklungsbüros Courvoisier Stadtentwicklung GmbH sieht insgesamt Investitionen von rund zwei Millionen Franken vor. Davon konnte inzwischen die Hälfte gesichert werden. «Wir freuen uns sehr darauf, ab August in den Pilotbetrieb der Kulturkirche zu starten und die Pauluskirche mit Stimmen und Stimmungen zu füllen», sagt Bruno Lötscher. Schon in wenigen Wochen werde eine permanente Bühne eingebaut. Die eigentlichen baulichen Massnahmen seien dann für nächstes Jahr vorgesehen. Das Ziel sei, ab Frühherbst 2022 den Vollbetrieb aufzunehmen und die Eröffnung der Kulturkirche Paulus zu feiern.

«Inzwischen unterstützen rund 150 Mitglieder und Gönner die Kulturkirche Paulus – und es werden jeden Tag mehr», freut sich Lötscher. Die grosse Resonanz zeige, welchen Stellenwert die Pauluskirche im Quartier und in Basel hat. «Doch wir sind noch nicht am Ziel. Damit wir den wunderbaren Drive, den das Projekt in den letzten Monaten entwickelt hat, beibehalten und die baulichen Massnahmen umsetzen können, sind wir weiterhin auf kleine und grosse Spenden angewiesen », ergänzt Lötscher. Der Verein brauche weitere Mittel, um insbesondere den Betrieb der Kulturkirche auf ein solides Fundament stellen zu können. Erfreulicherweise sei, so betont Lötscher, die Zusammenarbeit zwischen dem Verein Kulturkirche Paulus und der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt sehr eng und von grossem Wohlwollen geprägt. Auch gebe es mit den Sonntagabendgottesdiensten der Alban-Arbeit und der Kirche Kreativ weiterhin eine Verbindung zur ERK.

Stadtbildprägende Kirche
Die von Karl Moser im neuromanischen Stil entworfene Pauluskirche ist ein nationales Baudenkmal und zählt zu den schönsten Gebäuden in Basel. Zentral gelegen, ist sie ein wichtiger Orientierungspunkt im Basler Stadtbild. Seit der Einweihung im Jahr 1901 haben unzählige Gottesdienste, Konzerte, Hochzeiten und Quartierveranstaltungen in der Pauluskirche einen würdigen Rahmen gefunden. Nachdem die Kirche über Jahrzehnte von der Kirchgemeinde Basel West genutzt worden war, fand dort im Juni 2019 der letzte «reguläre» Sonntagmorgengottesdienst statt. Da aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen und schwindender Steuereinnahmen die reformierte Kirche den Betrieb der Pauluskirche nicht mehr gewährleisten konnte, sprang der Verein Kulturkirche Paulus in die Bresche.

Ergänzendes Profil
Mit dem Theater- und Quartierzentrum Oekolampad, dem Kirchgemeindezentrum Johannes und der Kulturkirche Paulus entstehe in Basel West eine neue Kirchenlandschaft mit sich ergänzenden Profilen, erklärt Andreas Courvoisier vom gleichnamigen Stadtentwicklungsbüro. Auch mit der Initiativgruppe Zukunft Martinskirche bestehe ein enger Austausch. www.kulturkirche-paulus.ch

Toni Schürmann


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Zwischen Zebra und Löwe  | Artikel

An der St. Galler Olma kann man sich hinter einer Krippe fotografieren lassen – umgeben von exotischen Tieren. Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt die reformierte Kiche des Kantons St. Gallen.


Was denken Sie dazu? Diskutieren Sie mit!  | Artikel

Der Kirchenbote führt neu einen Blog! Haben Sie zu unseren Themen etwas erlebt, eine Erkenntnis gewonnen? Diskutieren Sie mit!


Zauberklang der Dinge – Niklaus Meienberg  | Artikel

«Eigentlich bin ich mir längst abgestorben, ich tu nur noch so als ob - Atem holen, die leidige Gewohnheit hängt mir zum Hals heraus!» Mit diesem Satz beginnt das Gedicht «Rivers of Babylon» von Niklaus Meienberg. Dieser Text steht im Zentrum der neuen Folge 25 von Zauberklang der Dinge. Schauspieler Peter Rinderknecht singt uns diese Worte. Das Lied «This body is a rose», nach einem Text des Mystikers Dschallalu din Rumi, gesungen von Barbara Balzan, bildet gleichsam einen Kontrapunkt.