Logo
Kirche

150 Jahre Kunkler-Bau

01.07.2021
Der St. Galler Architekt Johann Christoph Kunkler prägte seine Stadt mit Neubauten wie dem Kunstmuseum. Er baute die St. Laurenzenkirche um und auch die reformierte Kirche Niederuzwil neu. Sie ist 150 Jahre alt. Der Weg dahin war steinig.

Reformation und Gegenreformation spalteten die Bevölkerung in der Region Uzwil und führten zu offener Gewalt. 1707 gab es an einem Kirchweihabend in Henau eine tödliche Auseinandersetzung und zwei Schwerverletzte. Zwei Jahre später kam der evangelische Lehrer um. Der Racheakt folgte auf den Fuss: Der katholische Schulmeister wurde ermordet, der katholische Pfarrer gefangengenommen und sein Haus geplündert. 

Standort Bühl

Die reformierten Henauer waren bis anhin stets in der Minderheit, was sich mit der Industrialisierung im Dorf Niederuzwil änderte, sodass 1860 gleich viele Reformierte wie Katholiken gezählt wurden. Der Wunsch nach einem Kirchenneubau kam auf. Als Standort vorgesehen war die Höhe oberhalb der «Luxenburg». Zum Zug kam schliesslich der Bühl beim Niederuzwiler Schulhaus.

Beauftragt wurde der St. Galler Architekt Johann Christoph Kunkler, der auch die reformierten Kirchen in Alt St. Johann und Rapperswil entwarf. Doch statt eine Kreuzkirche zu bauen, musste sich Kunkler bescheiden und «einen einfachen und schmucklosen Plan» realisieren. Sand und Kies aus der Thur sowie 4000 Tonnen Quader aus den Steinbrüchen aus der Region Rorschach wurden für den Neubau benötigt, der am 22. September 1871 eingeweiht wurde. 

Ökumene ist kein Fremdwort mehr

In der Zwischenzeit hat sich in der Gemeinde Uzwil viel geändert; die Köpfe schlägt man sich wegen der Glaubenszugehörigkeit nicht mehr ein. In Henau, das bis 1962 eine eigene Gemeinde war und heute zu Uzwil gehört, steht die Kirche Mariä Himmelfahrt, in Niederuzwil die evangelische, die katholische sowie die Kapelle der evang.-methodistischen Gemeinschaft. Während des Jahres wird die Ökumene gepflegt, und dass dies am 150-Jahr-Jubiläum vom 12./13. Juni ebenfalls praktiziert wurde, war für die Niederuzwiler selbstverständlich: Der katholische Pfarreileiter von Uzwil trat im 150 Jahre alten Kunkler-Bau als Magier auf.

Text: meka/jb | Foto: zVg – Kirchenbote SG, Juli-August 2021


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Von Anja Knöpfli erfasst am 20.11 2021 20:59

Taufbestätigung

Die Kantonalkirche ist Teil der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz (Abgekürzt EKS). Diese empfiehlt allen Kantonalkirchen die Taufbestätigung oder Taufferinnerung zu feiern (Kap. 4.4 in der eigenen EKS Broschüre Tsufe in evangelischer Perspektive). Es ist eine Amtshandlung sogar in der Evangelischen Landeskirche Thurgau. https://eks.marc.beta.cubetech.ch/wp-content/uploads/2019/11/biblische_aspekte_taufe_de.pdf Leider wurde mir aber die Taufbestätigung schon verweigert n der Kantonalkirche St.Gallen von einem Pfarrer dieser, da ich Bisexuell bin und es wurde kein Stellvertreter organisiert! Leider hast du anders als im Thurgau kein Recht darauf, da es nicht in der Kirchenordnung von St.Gallen vorkommt! Wer Taufbestätigung auch kennt ist die überregionale Metal Church!

Kommentar erstellen
KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Zwischen Zebra und Löwe  | Artikel

An der St. Galler Olma kann man sich hinter einer Krippe fotografieren lassen – umgeben von exotischen Tieren. Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt die reformierte Kiche des Kantons St. Gallen.


Was denken Sie dazu? Diskutieren Sie mit!  | Artikel

Der Kirchenbote führt neu einen Blog! Haben Sie zu unseren Themen etwas erlebt, eine Erkenntnis gewonnen? Diskutieren Sie mit!


Zauberklang der Dinge – Niklaus Meienberg  | Artikel

«Eigentlich bin ich mir längst abgestorben, ich tu nur noch so als ob - Atem holen, die leidige Gewohnheit hängt mir zum Hals heraus!» Mit diesem Satz beginnt das Gedicht «Rivers of Babylon» von Niklaus Meienberg. Dieser Text steht im Zentrum der neuen Folge 25 von Zauberklang der Dinge. Schauspieler Peter Rinderknecht singt uns diese Worte. Das Lied «This body is a rose», nach einem Text des Mystikers Dschallalu din Rumi, gesungen von Barbara Balzan, bildet gleichsam einen Kontrapunkt.