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Kirche

«Gottesdiensttafeln sind eine Tradition und ein Privileg»

18.10.2021
Immer weniger Kirchgemeinden sehen in der Hinweistafel «Gottesdienst» eine Werbewirkung und lassen sie entfernen. Andere halten ganz bewusst noch an der Tradition fest. Das halten Präsidentinnen und Präsidenten evangelischer Kirchenvorsteherschaften von den Gottesdiensttafeln.

«Die letzte Tafel liessen wir vor zwei Jahren entfernen. Die Tafel war – vermutlich durch den Einfluss der Witterung – unansehnlich geworden und ausserdem stimmten die angeschriebenen Zeiten nicht mehr. Bisher meldete sich niemand, der sie vermisst hätte. Damit ist wohl auch die Frage beantwortet, ob es diese Tafeln noch braucht: Ich finde nein, denn erstens werden die Gottesdienstzeiten im Kirchenboten, in der Tagespresse und im Internet publiziert und zweitens wird sich leider kaum jemand veranlasst sehen, einen Gottesdienst zu besuchen, nur weil er oder sie eine solche Tafel gesehen hat.»

Heinrich Krauer, Münchwilen Eschlikon

 

«Felben-Wellhausen ist der Zusammenschluss von zwei Dörfern mit je einer separaten ‹Hauptstrasse›. Das würde insgesamt vier Tafeln erfordern, welche auch bedient werden müssten. Im gedeckten Vorplätzli zur Kirche und in einem für unsere Kirchgemeinde reservierten separaten Schaukasten beim Gemeindehaus der politischen Gemeinde hängt jeweils unser Beilageblatt zum Kirchenboten. Darin sind alle Gottesdienste des Monats und andere kirchliche Veranstaltungen vermerkt. Das wird meines Wissens auch beachtet. Eigentliche Gottesdiensttafeln finde ich sinnvoll. Der Aufwand für unsere an sich kleine Kirchgemeinde mit etwa 1’000 Seelen wäre allerdings recht gross.»

Edi Ulmer, Felben

 

«Die Gottesdiensttafeln wurden vor einigen Jahren aus Gründen des wechselnden Beginns der Gottesdienstzeiten entfernt.»

Ruedi Schum, Güttingen

 

«In unserer Gemeinde sind diese Tafeln nicht üblich, und uns fehlen sie auch nicht.»

Franziska Gurtner, Müllheim

 

«Da die beiden am Ortseinang aufgestellten Tafeln die falsche, respektive alte Zeit für den Beginn unseres Gottesdienstes anzeigen, haben wir beschlossen, diese ersatzlos zu entfernen. Grundsätzlich sind diese Tafeln nicht mehr zeitgemäss und finden kaum noch Beachtung.» 

Rolf Hauser, Roggwil

 

«Wir haben in unserer Gemeinde keine Gottesdiensttafeln (mehr). Ganz persönlich finde ich diese Tafeln jedoch ein schönes Zeichen. Vielleicht hat dies damit zu tun, dass ich dann gerne schaue, wie es andere Kirchgemeinden mit den Gottesdiensten handhaben. Gleichzeitig wird auch sichtbar, dass im Dorf oder in der Stadt noch Gottesdienste gefeiert werden. Ich finde es schön, dass die Gottesdiensttafeln in unserer digitalen Welt noch existieren – vielleicht aus der Nostalgie heraus?»

Susanne Schiesser Beeler, Stettfurt

 

«Gottesdiensttafeln sind wahrscheinlich ein veraltetes Modell, um auf die Gottesdienste aufmerksam zu machen. Auch optisch sind sie wenig attraktiv. Die Zeitung wird da eher angesehen oder die sozialen Medien wie Facebook und Instagram.»

Evelyn Knupp, Wigoltingen-Raperswilen

 

«Wir haben keine Gottesdiensttafeln und haben diese auch noch nie gesehen in unserer Gemeinde. Denn wir arbeiten mit der politischen Gemeinde sowie den Vereinen zusammen und zeigen dort die Aktionen in der Kirchgemeinde.»

Alfred Hunziker, Gachnang

 

«Aus meiner Sicht wird durch die Tafeln nur noch ersichtlich, dass in der Ortschaft Gottesdienste abgehalten werden. Also eigentlich einfach ein sichtbares Zeichen dafür, dass man sich in einem christlichen Land befindet. Die Anfangszeiten eines Gottesdienstes können sich jedoch ändern und auch die entsprechenden Angebote. Auf unserer Webseite sind immer die aktuellen Daten ersichtlich. Ich persönlich würde darum kein Geld mehr in neue Tafeln investieren.»

Thomas Friederich, Bischofszell

 

«Wir haben die Tafeln noch bei den Haupteinfahrtsstrassen. Für mich ist dies eine Tradition und ein Privileg. Leider verschieben sich unsere Gottesdienstzeiten, und doch sind die Tafeln eine Einladung zum Besuch eines Gottesdienstes unserer beiden Landeskirchen. Unsere Tafeln sind nicht verstaubt und wirken einladend und keineswegs veraltet. Selbstverständlich werden wir die Tafeln keine Jahrzehnte mehr haben, da mit fortschreitender Digitalisierung andere Formen der Kommunikation verwendet werden.»

Heinz Stübi, Frauenfeld

 

«Vor meiner Zeit als Präsident – ich weiss nicht warum – sind die Gottesdiensttafeln abgebaut worden. Vermutlich, weil sie einfach zu statisch sind. Bei uns wechseln zudem die Gottesdienstzeiten zwischen der Kirche in Hugelshofen und Alterswilen, also war es oft ein Lotteriespiel, dass man zur richtigen Zeit auch am richtigen Ort war. Ich finde es super, wenn die Kirche präsent ist und unterstütze Hinweise auf kirchliche Feiern, Gottesdienste oder sonstige Aktivitäten an den Strassen. Das Problem ist aber das Handling. Die Hinweistafeln müssen immer mit den aktuellen Angaben bestückt werden und das geht fast nur mit elektronischen Tafeln. Diese würde ich jedenfalls vorziehen. Unsere Nachbargemeinde Berg zeigt dazu in Zusammenarbeit mit Vereinen und der Politischen Gemeinde ein gutes Beispiel: gutes Design und gut lesbar – ist vermutlich aber eine Preisfrage.»

Hans Krüsi, Kemmental

 

«Kurz und bündig: abschaffen.»

Susanne Dschulnigg, Kreuzlingen

 

«Wir haben keine solche Tafel und ich glaube nicht, dass wir neu eine aufstellen würden. Der Inhalt ist ja dann auch gelegentlich falsch, wenn sich etwas ändert.»

Ueli Zuberbühler, Pfyn

 

«Grundsätzlich finde ich solche Infotafeln gut, denn sie zeigen einen Wiedererkennungswert. Doch wir sind eine fusionierte Kirchgemeinde mit drei Kirchenstandorten mit jeweils zwei Gottesdiensten pro Sonntag. Da die Zeiten und Orten der Gottesdienste alternierend sind, würde es relativ schwierig, dies auf einer festen Tafel zu kommunizieren.»

Rolf Zimmermann, Affeltrangen-Braunau-Märwil

 

«Ich weiss nicht mal, ob bei uns eine Tafel hängt. So viel zum Sinn und Unsinn dieser Tafeln.»

Barbara Müller, Wagenhausen

 

«Wir haben keine solche Tafeln und würden auch keine beschaffen. Mit Corona müssen wir sehr flexibel sein und die Daten auf den Tafeln stehen dann einfach. Die Aufmerksamkeit hält sich zudem bestimmt in Grenzen.»

Beni Huber, Sitterdorf-Zihlschlacht

 

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