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Leben & Glauben

Der Herbst steckt voller christlicher Symbolik

20.10.2021
Welche christlichen Symbole sind mit dem Herbst verknüpft? Und weshalb? Der Kirchenbote hat drei Symbole etwas genauer unter die Lupe genommen: Saat und Ernte, Samenkorn sowie Weinstock.

Saat und Ernte
Wer sät, weiss, dass er Samenkörner, gute Erde, Sonne, Regen und viel Erfahrung braucht. Dazu gehört, Sorge zu tragen für die schwachen und benachteiligten Pflanzen. Zudem sind umsichtige Gärtnerinnen und Gärtner gesucht – im wörtlichen und im übertragenen Sinne. An den fleissigen Ameisen können wir uns ein Beispiel nehmen, sonst bleiben von der Vielfalt nur Disteln und Unkraut übrig. (Spr 6,6-11; 24,30-34) Der Mensch soll säen, «doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand», so heisst es in einem Kirchenlied. Im Gleichnis vom Sämann wird der ausgestreute Samen mit dem Wort Gottes verglichen. (Mk 4,2-9,13-20) Fällt es auf fruchtbaren Boden, vermehrt es sich, indem es sich weit ausbreitet. So kann es die Welt verändern.

Samenkorn
Das Senfkorn – das kleinste Samenkorn – wächst heran zu einem prächtigen Baum mit schönen gelben Blüten. (Mt 13, 31-32) Ein Beispiel für kleine Anfänge mit grosser Wirkung: eine Ermutigung, im Unscheinbaren die Möglichkeiten nicht zu verachten. Allerdings ist schon so mancher Same nicht aufgegangen, weil der Mensch seinen Einfluss überschätzt hat. Und manch kümmerliches Pflänzchen hat sich unter dem Segen Gottes zu einer prächtigen Pflanze entwickelt. Vertrauen in Gottes Wirken hilft manchmal mehr als übermässige Aktivität.

Weinstock
«Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben.» (Joh 15,1-17) Früchte können nur an den Zweigen reifen, wenn sie mit dem Stamm und den Wurzeln des Baumes verbunden bleiben. Abgeschnittene Zweige in der Vase halten nur wenige Tage, dann aber lassen sie die Blüten und Blätter fallen. Jesus benutzt diese Weisheit, um seinen Nachfolgenden die lebensnotwendige Verbindung zwischen den Menschen und sich selbst deutlich zu machen. Wenn die Verbindung intakt ist, fliesst seine Liebe in unser Leben wie die Kraft aus den Wurzeln des Weinstockes bis in die Reben. Die Menschheit lebt von der Erde und ihren Früchten und in tieferem Sinn von der Frucht, die die Worte Jesu im menschlichen Herzen reifen lassen.

 

(Rosemarie Hoffmann)


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