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Gesellschaft

Zum Tod von Königin Elizabeth II

Weltliches und geistliches Vorbild

20.09.2022
Am Montag wurde Queen Elizabeth II zu Grabe getragen. Für viele Britinnen und Briten war sie eine Identifikationsfigur. So auch für die aus Cambridge stammende Thurgauerin Betty Fahrni-Jones.

Die Nachricht vom Tod von Queen Elizabeth II löste weltweit Schlagzeilen aus. Speziell für die Britinnen und Briten übt das englische Königshaus nach wie vor eine grosse Identifikationsrolle aus – sowohl in weltlicher als auch in geistlicher Hinsicht. «Eine meiner Kindheitserinnerungen dreht sich um den Tod von König George VI, dem Vater von Queen Elizabeth II», erinnert sich Betty Fahrni-Jones. Die heutige Amriswilerin stammt ursprünglich aus England und ist in Cambridge aufgewachsen. «Mein Vater lud damals Familie und Nachbarn in sein Auto, und wir fuhren zur nächsten Bahnlinie, um dem König die letzte Ehrerbietung zu erweisen.» Ganz langsam fuhr die mit «Union Jacks» behangene Dampflok durch das Land zurück nach London ans Begräbnis. Erwachsene Männer, die den Krieg miterlebt hatten, weinten, als der Zug vorbeifuhr.

Feierliche Prozession
Auch Queen Elizabeths Sarg wurde nach ihrem Tod in einer feierlichen Prozession zur St. George's Chapel am Windsor Castle begleitet, wo sie zur letzten Ruhe gebettet wurde. Die Trauerfeierlichkeiten für die verstorbene Königin verfolgte Fahrni-Jones ebenso gebannt mit wie die Berichterstattung auf BBC nach dem Ableben der Queen und der Thronbesteigung von König Charles III. Doch bereits davor war die 79-Jährige eine treue Beobachterin des Königshauses. Mit einer Gruppe Freundinnen aus Grossbritannien wurde auch schon mal eine Gartenparty in Illighausen organisiert, wenn die Königin wieder einmal Thronjubiläum feierte – Nationalhymne-Singen inklusive.

Queen als Pfadfinderin
Kein Wunder, ist der Bezug zur Adelsfamilie gross: Immerhin hat die Amriswilerin Queen Elizabeth II schon einmal persönlich gesehen. Die Königsfamilie ist aktiv tätig für die Pfadfindervereinigung, und so besuchen die Royals regelmässig Pfadfinderlager in Grossbritannien. Unter den jungen Pfadfinderinnen befand sich einst auch die junge Fahrni-Jones, die der damaligen Prinzessin zuwinkte. «Die Queen und auch der König waren schon immer Vorbilder für uns», denkt sie an die lange Regentschaft zurück. Ihr Pfadfinder-Versprechen lautete: «I promise to do my duty to God and the King.» Sie war damals sieben Jahre alt und bis heute hat sie dieses Gelöbnis nicht vergessen. Die traditionellen Weihnachtsansprachen der Queen wird Fahrni-Jones auf jeden Fall vermissen. Gut kann sie sich noch an die letztjährigen Worte erinnern, in der sie Jesus als Rollenmodell hervorhob und riet, nach seinem Vorbild zu handeln. «Elizabeth schöpfte aus dem Glauben sehr viel Kraft», ist Fahrni-Jones überzeugt. So war die Königin bis zu ihrem Tod das weltliche Oberhaupt der «Church of England» und trug den Titel «Defender of the Faith».

Emil Keller, kirchenbote-online


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