Logo
Religionen

Zehn Jahre St.Galler Erklärung – Zeichen setzen für den Dialog

10. Interreligiöse Dialog- und Aktionswoche IDA vom 14. bis 20. September 2015

01.01.2016
Eine Auftaktveranstaltung mit Vertreterinnen und Vertretern des Staates und der Religionsgemeinschaften, ein Radioprojekt für Jugendliche und die interreligiöse Bettagsfeier bilden Schwerpunkte der diesjährigen IDA.

Seit dem Jahr 2005 findet im Kanton St.Gallen alle zwei Jahre im September die Interreligiöse Dialog- und Aktionswoche IDA unmittelbar vor dem Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag statt. «Vielfalt ist Stärke» lautet das Motto, unter welchem die Interreligiöse Dialog- und Aktionswoche IDA dieses Jahr in allen Regionen des Kantons mit diversen Aktivitäten gefeiert wird.

Nach zehn Jahren wichtiger denn je Zehn Jahre nach der ersten IDA-Woche hat der Einsatz für eine tolerante Gesellschaft und ein friedliches Zusammenleben der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften nichts an Bedeutung verloren, im Gegenteil. Auch Europa steht unter dem Eindruck fundamentalistischer Bedrohungen. Umso wichtiger ist es den Religionsgemeinschaften im Kanton St.Gallen, ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für Respekt zu setzen.

Dies tun sie insbesondere mit der IDA. Damit sollen die friedensstiftenden Kräfte von Religionen und damit jene gestärkt werden, die den Dialog mit Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaften auf Augenhöhe führen. Auch dieses Jahr setzen zahlreiche Veranstaltungen auch in allen Regionen des Kantons Zeichen für ein tolerantes Miteinander.

Öffentliche Auftaktveranstaltung

Die «St.Galler Erklärung für das Zusammenleben der Religionen und den interreligiösen Dialog» ist das Herzstück der IDA und spricht sich für freie Religionsausübung, gegenseitigen Respekt und gegen jede Form von Intoleranz und Fundamentalismus aus. Seit ihrer Veröffentlichung im Jahr 2005 wurde sie Hunderte Male unterzeichnet.

Regierungsrat Martin Klöti, Stadtrat Nino Cozzio, Bischof Markus Büchel, Kirchenratspräsident Martin Schmidt, Vertretungen des Dachverbands Islamischer Gemeinden der Ostschweiz und des Fürstentums Liechtenstein, Tovia Ben-Chorin, Rabbiner der jüdischen Gemeinde St.Gallen, Vertreterinnen und Vertreter der Hindus, Baha‘i, Sikhs und der Christkatholiken stellen die St.Galler Erklärung in den aktuellen Kontext. Diese Auftaktveranstaltung vom 9. September 2015 um 15 Uhr in der Lokremise St.Gallen ist öffentlich. Zum Start der IDA-Woche wird im Rahmen der Veranstaltung die St.Galler Erklärung erneuert und mit Unterzeichnung nochmals bekräftigt.

Radioprojekt «ida on air»

Einen zweiten Schwerpunkt bildet das Radio­projekt «ida on air» in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi: Jugendliche der Oberstufe aus Wattwil, Abtwil, Oberriet und Altstätten gestalten an vier Tagen während der IDA-Woche ein ganztägiges Radioprogramm. Mit Interviews, Gesprächen im Studio, Reportagen und selbst gewählter Musik widmen sie sich dem Thema Religion und dem Umgang mit weltanschaulicher Vielfalt. Ein mobiler Radiobus der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi besucht dabei vier Schulhäuser. Die Sendungen werden über eine eigene UKW-Frequenz gesendet und können per Webradio empfangen werden.

Interreligiöse Feier am Bettag
Am Sonntag, 20. September, ab 17 Uhr, dem eidgenössischen Bettag, begehen auf dem Klosterplatz in St.Gallen über zehn Religions-
und Glaubensgemeinschaften sowie Vertretungen der Stadt- und Kantonsregierung eine interreligiöse Feier. Sie wird von der Stadt St.Gallen organisiert, ist öffentlich und in ihrer Art für die Schweiz einzigartig.

Text: pd | Foto: as   – Kirchenbote SG Juli / August 2015


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Stören Sie die Kirchenglocken?  | Artikel

Heiliger Bimbam! Früher mussten Kirchenglocken «tschäddere» und möglichst laut tönen. Heute ist ein leiserer Klang angesagt, denn manche
stören sich am Kirchengeläut. Wie haben Sie mit dem Glockenklang?   Diskutieren Sie mit!


Das heilige T-Shirt  | Artikel

Die Evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen war an der Olma. Mit einem Pop-up-Laden. Wie wir unseren Glauben ausdrücken, sei ebenso vielfältig wie die Auswahl an T-Shirts am Stand der Kantonalkirche, sagt Daniel Schmid Holz im seinem Beitrag zu "Gedanken zur Zeit".


Der Berg ist gekommen – Missa di Bondo  | Artikel

Am 23. August 2017 ereignete sich im Graubündener Dorf Bondo ein großer Bergsturz. Peter Roth fährt seit 33 Jahren mit seinem Chorprojekt in diesen Ort. In diesem Jahr hat er das Konzert im Rahmen der Bergeller Singwoche 2022 der Erinnerung an die Katastrophe am Monte Cengalo gewidmet, die acht Menschenleben forderte und zu Zerstörungen und Evakuierungen führte. Begleitet von den Klängen der «Missa di Bondo», erzählen die damalige Gemeindepräsidentin Anna Giacometti und Gian Andrea Walther aus Promontogno, wie sie diesen Tag und die Zeit danach erlebt haben.