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Politik

Vom Beitrag der Einzelnen gegen den Klimawandel

Der Klimawandel wandelt uns

02.04.2016
Um den ökumenischen Prozess «Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung» (GFS) ist es ruhiger geworden. Die St.Galler Kommission für GFS hingegen ist aktiv. Sie fragte Anfang März bei ihrem traditionellen Jahresauftakt danach, was wir als Einzelne gegen den Klimawandel tun können.

«Wie weiter nach dem Klimagipfel in Paris? Wie kann uns das Buch des neuen Papstes ‹Laudato si› inspirieren? Wie kann ich mich angesichts des Klimawandels persönlich einbringen? Diese Fragen stellte der methodistische Pfarrer Peter Gumbal den Podiumsteilnehmern: Basil Oberholzer, dem frisch gewählten Kantonsrat der Jungen Grünen, dem katholischen Theologen und Philosophen Urs Eigenmann aus Luzern und der methodistischen Pfarrerin Marietjie Odendaal, einer Teilnehmerin am Klimagipfel vom September 2015 in Paris. 

Weniger ist mehr

Marietjie Odendaal wirkt im Auftrag der weltweiten methodistischen Kirche im «creation care team», welches in allen Kontinenten der Erde das Bewusstsein für die biblisch begründete Schöpfungsverantwortung zu fördern versucht. Ihr Tipp: «Suche, was dich ermutigt. Tue, was Du kannst und vertraue auf Gottes Zukunft.»

Basil Oberholzer, der in seinem halbtheologischen Elternhaus für die Nöte der Schöpfung sensibilisiert worden ist, betonte, dass sich die ökologischen Fragen nicht von sozialen Zusammenhängen und wirtschaftlichen Standards trennen lassen. Es sei wichtig, als Einzelner nachhaltig zu leben, aber der Klimawandel fordere auch gemeinsame politische Lösungen für eine ganze Gesellschaft. Sein Tipp: «Veränderung kommt nur, wenn Menschen sie machen – die Menschen, auf die wir warten, das sind wir.» 

Urs Eigenmann erinnerte daran, dass die Kirchen schon lange mit ökologischen Themen unterwegs sind. Auch machte er auf das aktuelle Buch «Laudato si» von Papst Franziskus aufmerksam, das die Entschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung vorschlage und ökologische Fragen mit dem Recht auf Leben in Beziehung bringe. Es gehe darum, sich wärmer anzuziehen, statt mehr zu heizen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und Einkaufen als moralische Handlung zu verstehen. Sein Tipp: «Weniger ist mehr, langsamer ist effektiver, Unterbrechen ist fortschrittlicher.»

 

Text und Foto: Andreas Schwendener – Kirchenbote SG, April 2016

 


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