Logo
Gesellschaft

Ein Büchlein zu Palliative Care wird in der Region präsentiert

«Was am Ende noch trägt»

25.05.2016
Der Fachverband Palliative Ostschweiz präsentiert ein einfühlsam konzipiertes Büchlein mit Texten und Bildern für den letzten Lebensabschnitt. Die Initiative dazu hat die evangelische Seelsorge ergriffen.

Die sensibel gestaltete Broschüre will jenen spirituellen Erfahrungsschatz öffnen, den Menschen über Jahrhunderte gesammelt haben, um dem oft so unaussprechlichen Erleben am Lebensende Ausdruck zu geben. Die Auslese umfasst denn auch Texte am Rande des Sagbaren. Dabei greift sie zurück auf Gedichte, Gebete, Geschichten und Aphorismen des christlichen Kulturkreises, öffnet aber den Blick weit darüber hinaus. Illustriert ist sie mit zarten Gaze-Bildern der St.Galler Künstlerin Verena Staggl. 

«In der Zerbrechlicheit des Lebens leuchtet auch etwas von seiner Kostbarkeit auf», erklärt Renata Aebi den Ansatz. Die Theologin aus Sargans ist Projektleiterin für Seelsorge in der Palliative Care der reformierten Kantonalkirche und hat die Publikation angeregt und forciert. Das Büchlein sei ein Sprachangebot für Betroffene und Begleitende, pflichtet Karin Kaspers-Elekes bei, die Präsidentin von Palliative Ostschweiz. «Die Texte wollen auf der Suche nach dem, was trägt, begleiten.»

Seelsorge leistet einen Beitrag 

Die Broschüre belegt denn auch, dass die einst noch belächelte Seelsorge längst im professionellen Umfeld angekommen ist. «Sie bringt sich als Expertin der Spiritual Care ein und wird als integraler Bestandteil der Palliativ-Pflege geschätzt», hält Aebi fest. Sie verweist auf den
hohen Qualitätstandard moderner Spitalseelsorge, der in langer akademischer und praktischer Ausbildung erworben werde. 

Sie freue sich zudem über die Offenheit von Pflege, Medizin, Therapie und Psychologie für spirituelle Fragen. Seelsorge dürfe im fach­übergreifenden Bemühen um ein «gutes Leben bis zuletzt» verdeutlichen, welche Ressource spirituelle Aspekte bei Krankheit, Abschied und Tod hätten. Ihre Stärke liege auch in der Chance, durch Feiern und Rituale Lebensvergewisserung spürbar zu machen. Das Buchprojekt erweise sich dabei als wertvolle Handreichung. Beiträge aller Ostschweizer Kirchen, reformiert wie katholisch, haben den Druck ermöglicht. 

Vier Anlässe in den Regionen

Jetzt sind vorab 12 000 Exemplare des Büchleins gedruckt. Sie werden nach und nach gratis an Interessierte, Betroffene und Institutionen abgegeben, in St.Gallen, Thurgau, Appenzell und Glarus. Zudem stellen die beiden Macherinnen die Schrift an vier regionalen Anlässen vor. Die Reihe startet am 9. Juni im Pflegeheim Werdenberg, am 16. Juni gehts im Kirchgemeindehaus Wil weiter, am 23. Juni steht das Evangelische Zentrum Rapperswil-Jona offen und zuletzt am 30. Juni die Chileschüür von Wigoltingen im Thurgau. 

Um 19.30 Uhr starten die Abendanlässe, jeweils begleitet von Musik, mit Klavier, Gesang, Gitarre oder Harfe. Karin Kaspers-Elekes referiert über die «Bedeutung des Netzwerks für Betroffene und Bezugspersonen», Renata Aebi spricht über die «Unterstützung von Seelsorge in Krankheit und Sterben». Der Eintritt ist frei.

 

Text und Fotos: Reinhold Meier, Wangs  – Kirchenbote SG, Juni-Juli 2016

 


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Mitreden!  | Artikel

Der Kirchenbote hat neu einen Blog. Reden Sie mit, schauen Sie herein. Es warten spannende Themen auf Sie. 

 


Neues Graffiti – «Michelangelo» in der offenen Kirche St. Gallen  | Artikel

Für die Installation «Die Pilger» von Johann Kralewski Ende August in der offenen Kirche St.Gallen entsteht an der Kuppel der Kirche ein neues Graffiti. Hier erste Einblicke vom 26. Juli 2021 in das entsthende Werk von Graffiti-Künstler Stefan Tschirren und Erklärungen dazu vom Intendanten Theodor Pindl. Ein ausführliches Interview mit dem Künstler sowie dem Intendanten können Sie hier verfolgen. Beide Clips stammen von Andreas Schwendener. 


(K)ein Spaziergang – Wirtschaft ist Care  | Artikel

Die siebte schweizerische Frauensynode erscheint im coronakonformen Gewand. Sie diskutiert mit dem Stationenweg »Wirtschaft ist Care - (K)ein Spaziergang» ein enkelinnentaugliches Wirtschaftsverständnis. Der Rundgang kann in Sursee individuell begangen oder bis Oktober 2021 von Gruppen gebucht werden. Die dazugehörige Broschüre dient als Wegleitung zu insgesamt 15 Stationen, an denen Aspekte menschlicher Bedürftigkeit und damit des Wirtschaftens behandelt werden. Sie kann als  pdf-Datei heruntergeladen werden.

Zusammen mit der Comic-Broschüre und dem Erklärfilm zu «Wirtschaft ist Care» stehen nun Grundlagen und Anregungen für die Umsetzung zur Verfügung, damit engagierte Menschen auch an anderen Orten ihren eigenständigen Rundgang einrichten können.


Alles Leben ist heilig!  | Artikel

Gemeinsam mit Peter Roth begleiten wir den Hotelier Roland Stump aus Wildhaus in sein alpines Jagdrevier am Toggenburger Altmann. Bis auf wenige Meter nähern wir uns einer dort lebenden Herde von Steinböcken. Ehrfürchtig spricht Roland über das Wesen dieser Tiere, zu denen er über das Jahr hinweg eine enge Beziehung aufbaut. "Auch wenn ich selbst nicht fähig wäre ein Lebewesen zu schiessen, macht mir die achtsame und auf das Ganze gerichtete Haltung von Roland tiefen Eindruck", sagt Peter Roth. Ferdinand Rauber spielt auf einem Felseninstrument Didgeridoo und das Chorprojekt St. Gallen singt Texte aus der Rede des Häuptlings Seattle.. Beim Film handelt es sich um die 21. Folge aus der Reihe «Zauberklang der Dinge» von Peter Roth.