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Kirche

Schweizerischer evangelischer Kirchenbund SEK tagte in der Kartause Ittingen TG

St. Galler Motion angenommen

23.06.2016
Die Abgeordneten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK haben vom 19. bis 21. Juni in Warth (TG) getagt. Die Versammlung fand im Zeichen der Kontinuität statt. Die St. Galler Motion zum Thema «Familie, Ehe, Partnerschaft, Sexualität» wurde angenommen.

Der Kirchenratspräsident der gastgebenden Thurgauer Kirche, Pfarrer Wilfried Bührer, hiess die rund 70 Abgeordneten aus den 26 Mitgliedkirchen des Kirchenbundes und ihre Gäste willkommen. «Wer das Tor der Kartause betritt, kommt in eine neue Welt.»

Wahl in den Rat

Infolge des angekündigten Rücktritts von Lini Sutter-Ambühl, die sechs Jahre Ratsmitglied des Kirchenbundes war, haben die Abgeordneten den Glarner Pfarrer Ulrich Knoepfel als Nachfolger gewählt. Herr Knoepfel tritt am 1. Januar 2017 für die restliche Amtsperiode 2015-2018 an. Das neue Ratsmitglied ist Jurist und Theologe und verfügt als Präsident des Kirchenrates der Glarner Landeskirche über Exekutiverfahrung.

Botschaft des Ratspräsidenten

Ratspräsident Gottfried Locher behandelte in seiner Botschaft das zweite der vier reformatorischen «Soli»: «Solus Christus, Christus allein». «Auf Christus kann niemand verzichten, der sich Christ und Christin nennt – nicht in seinem persönlichen Glauben, nicht in seinem öffentlichen Bekennen. Mit Christus leben wir unter Menschen, die ohne Christus leben: Das war und ist die normale christliche Existenz an vielen Orten menschlicher Zivilisation und zu vielen Zeiten ihrer Geschichte. Doch dieser Christus ist nur dann wahr, wenn er auch für jene anderen bedeutsam wird, jene, die nicht und anders glauben», so Locher. 

Motion der Sankt-Galler Kirche

Die Abgeordneten nahmen eine Motion der evangelisch-reformierten Kirche St. Gallen entgegen. Diese verlangt, dass der Kirchenbund eine Arbeitsgruppe einsetzt, die sich mit dem aktuellen Themenkomplex «Familie, Ehe, Partnerschaft, Sexualität» aus evangelisch-reformierter Sicht beschäftigt. Die letzten grösseren Schriften des SEK zu diesem Themenbereich sind über 20 Jahre alt (wie Fortpflanzungsmedizin und Humangenetik, 1990; Familie. Sieben Beiträge, 1994; Ehe und Familie für homosexuelle Paare, 1995). Seither erschienen sporadisch kleinere Schriften sowie Tagungsberichte und Positionen zu Abstimmungen zu verschiedenen Einzel-Themen in diesem Bereich (Schwangerschaftsberatung. Ein Thema für die Kirche(n)?, 2003; Gleichgeschlechtliche Paare, 2005; Abtreibung ist keine Privatsache, 2012; Leben testen?, 2013). Eine umfassende Grundlegung, auf welche sich der Rat SEK insbesondere bei Abstimmungspositionen stützen oder welche den Kantonalkirchen bei der Erarbeitung von Zielen in diesen Bereichen helfen könnte, liege bisher nicht vor, begründeten die Motionäre ihren Vorstoss. Auf Anregung der Neuenburger Kirche soll die Frage der Besteuerung von Eheleuten auch aufgenommen werden.

Stellungnahme zur Studie des ÖRK zum Kirchenverständnis

Die Delegierten nahmen die Stellungnahme des SEK zur Studie des Ökumenischen Rats der Kirchen ÖRK «Die Kirche: Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision» zur Kenntnis. Die Stellungnahme fokussiert auf die Themen «Kirche» sowie «Einheit und Vielfalt» und berücksichtigt auch «Amt und Autorität» sowie «Kirche und Gesellschaft». Sie formuliert Zustimmung und Vorbehalte und leitet Herausforderungen für die reformierten Kirchen der Schweiz ab. Die Abgeordneten empfehlen den Mitgliedkirchen, die Stellungnahme des SEK in den Kirchgemeinden zur Diskussion zu stellen.

Vorstellung des Global Christian Forum

Die Abgeordneten begrüssten Pfarrer Larry Miller, Generalsekretär des Global Christian Forum, an ihrer Versammlung. Als jüngste Plattform der ökumenischen Bewegung bietet das Forum Begegnungsmöglichkeiten zwischen traditionellen Kirchen und neueren vor allem evangelikalen Bewegungen. Das Forum verfolgt das Ziel, die Einheit durch persönliche Begegnungen zu fördern.

Text: Mediendienst SEK l meka, 21. Juni 2016


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