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Spiritualität

Ein wichtiges öffentliches Bekenntnis

Wer noch nicht getauft ist oder nur gesegnet, kann seine Taufe als Jugendlicher oder Erwachsener nachholen. Drei junge Erwachsene aus Wil erzählen, weshalb sie diesen Schritt vollzogen.

Das Ja gibt Klarheit für den Lebensweg

«Ich wurde als Kind eingesegnet. Mit 17 Jahren war für mich die Zeit reif für eine bewusste Entscheidung für Jesus Christus und seinen Weg, von dem ich schon in der Sonntagschule, in der Jungschar und später in Jugendlagern und der Konfirmation gehört hatte. Zum Teil habe ich auch selber in der Bibel gelesen und gemerkt, dass der Glaube eine Relevanz in meinem Leben hat. Des Weiteren hatte ich in meinem Leben für mich deutliche Anzeichen, dass es Gott gibt und man ihn persönlich erfahren konnte. Jesus Christus war für mich schon damals mehr als nur ein gewöhnlicher Mensch, der gute Lehren verbreitet hatte. Ich spürte, dass die Zeit reif war, ganze Sache mit Jesus zu machen.

Meine Entscheidung und das klare «Ja» zu diesem Weg haben mir Klarheit für meinen weiteren Lebensweg gegeben. Die eigene Taufe war für mich auch ein wichtiges, öffentliches Bekenntnis vor Angehörigen und der eigenen Kirchgemeinde, dass ich mich für den Weg mit Jesus Christus entschieden habe. Wir haben damals dieses Ereignis auch gebührend in der eigenen Familie gefeiert.

Für den Schritt, mich als Jugendlicher taufen zu lassen hat beigetragen, dass mich andere aus meiner Wiler Kirchgemeinde, insbesondere  mein damaliger Pfarrer in der Konfirmation, ermutigt und mich begleitet haben.»

André Gantenbein

 

Wir zeigen Gott unsere Bereitschaft

«Die Idee, mich taufen zu lassen, verfolgte mich schon als Kind. Nur war der Zeitpunkt nicht klar. Etwa zwei Jahre vor meiner Taufe kreisten die Gedanken immer häufiger im Kopf, jedoch fühlte ich mich nicht bereit dazu, da ich in meinem geistlichen Leben einiges aufzuräumen hatte. Die Taufe bedeutet nämlich für mich, vor der sichtbaren und der unsichtbaren Welt den endgültigen Entscheid zu treffen, sich auf ein Leben und eine Nachfolge Jesus einzulassen. Irgendwann durfte ich dann entdecken, dass es nicht den Augenblick gibt, sondern nur den Willen. Also entschied ich mich. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich eingesegnet. Mein Umfeld reagierte sehr positiv auf meinen Entschluss, was auch damit zusammenhängt, dass ich grösstenteils Freunde aus der Gemeinde habe. Freunde, die weniger am Hut haben mit der Kirche, reagierten eher verwirrt, weil viele nicht wussten, dass ich nicht getauft war und es Taufen in der Jugend gibt. Mir war es wichtig, mich im Kreise der Kirche taufen zu lassen, als ein Statement der Zugehörigkeit zur Gemeinde. Schliesslich ist sie es, die sich fürs geistige Wachstum der Jungen einsetzt. Und ich darf sagen: Ich fühle mich sehr zu Hause in der Gemeinde und wollte ‹meinen grossen Tag› mit ihr feiern. 

Ich kann die Taufe mit vollem Herzen weiterempfehlen. Es ist ein Glaubensschritt, mit dem wir Gott unsere Bereitschaft zeigen können. Zudem bin ich meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mich einsegnen liessen und nicht taufen, sie hätten mir dann diese Entscheidung ein Stück weit vorweggenommen. Ich fand es sehr schön und auch wichtig für meine Entwicklung, als Christ diesen Schritt tun zu können.»

Ruth Gugger

 

In seiner Präsenz zu leben, ist genialer

«Ich wurde in einem christlichen Haushalt erzogen und fast jeden Sonntag mit in die Kirche geschleppt. Da fand ich aber nie wirklich ein ‹Kollegengrüppli›. Nach der Konfirmation besuchte ich die Gottesdienste selten. Dann, vor etwa drei Jahren, nahm mich meine Schwester mit ins inoffizielle Jugendprogramm. Ich fand Anschluss und half bei der ReLOVEutiontour, die damals vor der Tür stand. Da lernte ich Jesus kennen und erlebte oft den Heiligen Geist. Allerdings musste ich meinen Glauben wachsen lassen, ehe ich reif für die Taufe war. 

Sie ist für mich ein Bündnis, das ich mit Gott schliesse und ein Zeichen für die sichtbare und unsichtbare Welt zugleich. Ich habe in den Jahren gemerkt, dass das Leben in der Abwesenheit Gottes toll sein mag, jedoch das Leben in seiner Präsenz um einiges genialer ist. Ich bin in einer Pfingstgemeinde eingesegnet worden und finde es wichtig, dass man das Leben des Kindes bewusst in die Hände Gottes legt. Es ist aber sinnvoller, wenn die Taufe später stattfindet. Ich kann sie nur empfehlen, allerdings sollte der Entscheid wohlüberlegt und mit ganzem Herzen gefällt werden. Während sich meine Familie und die Gemeinde über den Entscheid, mich zu taufen, freuten, stiess ich im ‹Alttagsumfeld› auf erstaunte und verständnislose Gesichter.Ich werde andere zu so einem Schritt ermutigen. Jedoch sollen sie es nicht für mich tun und auch nicht wegen mir, sondern aus freien Stücken.»

Mirco Luck

 

Kirchenbote SG, Juli-August 2016


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