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Kirche, Politik

Worauf soll die Kirche bei ihrem Angebot verzichten?

30.06.2016
Die Appenzeller Synode wählte am Montag in Gais Iris Bruderer-Oswald in den Kirchenrat und diskutierte über eine Verzichtsplanung der landeskirchlichen Angebote.

Iris Bruderer-Oswald wird das Ressort Diakonie und Gesellschaft von Thomas Gugger übernehmen, der die Nachfolge von Josua Bötschi als Finanzverantwortlichem antritt. Iris Bruderer-Oswald lernte ursprünglich Primarlehrerin, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Niederlandistik und arbeitete als Dozentin für Kunst- und Architekturgeschichte.

Kirchenrat Josua Bötschi kommentierte die Rechnung 2015, die wegen geringerer Steuereinnahmen einen Aufwandüberschuss von 80‘000 Franken ausweist. In der Rechnung wurde die Budgetdisziplin positiv erwähnt. Grundsätzlich sei das Klima jedoch geprägt von Unsicherheiten verursacht durch sinkende Mitgliederzahlen und eine schwächelnde Zinssituation. Die Rechnung wurde einstimmig genehmigt.

Worauf soll verzichtet werden?

Thomas Gugger präsentierte die kirchenrätlichen Gedanken zur «Priorisierung der landeskirchlichen Aufgaben und Ausgaben». Es gelte, die Aufgaben als Ganzes zu betrachten und sich darüber klar zu werden, ob diese in Zukunft noch angeboten werden sollen. Unter den zu diskutierenden Aufgaben befanden sich auch die Zeitschrift «Magnet» und die Beratungsstelle «Ehe und Familie», die jedoch nicht dem Kirchenrat unterstehen, sondern der Synode. Wenn auch diese beiden Bereiche in die Überlegungen einbezogen werden sollten, dann müsse der Kirchenrat von der Synode einen Auftrag erhalten.

Drei Synodale brachten den entsprechenden Antrag ein, auch diese Teilbereiche in die Priorisierungs- und Verzichtsplanung aufzunehmen. In der Diskussion wurde der Antrag präzisiert und das weitere Vorgehen festgelegt. Im März 2017 soll vom Kirchenrat ein Vorschlag vorliegen, der an der Sommersynode zur Abstimmung unterbreitet wird.

Historische Berichtigung

Schliesslich wurde eine Änderung in der Ausserrhoder Kirchenordnung beschlossen. Hier ging es um die Bereinigung von Kirchgemeindezugehörigkeiten zwischen Ausser- und Innerrhoden und St. Gallen. Fehlende Dokumente machten keine eindeutige Zuordnung evangelischer Kirchbürger in der Innerrhoder Gemeinde Oberegg möglich. Ein Zustand, der seit der Landteilung von 1597 nie völlig geklärt wurde. Nach 419 Jahren schuf man hier Klarheit. Die gelebte Praxis entsprach jedoch seit vielen Jahren der jetzt festgeschriebenen Ordnung.

Weitere Geschäfte:

Die Finanzierung der Projekte zur «500-Jahr-Jubiläumsfeier der Reformation» der Landeskirche und der einzelnen Kirchgemeinden in der Höhe von insgesamt 125’000 Franken wurde grossmehrheitlich bewilligt.

Der Verlängerung des Projektes «Junge Erwachsene beleben und begleiten den Weg zur Konfirmation» der Kirchgemeinden Appenzell, Gais und Bühler wurde ebenfalls genehmigt.

 

ref.ch/Heinz Mauch-Züger, 29. Juni 2016


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