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Kirche

Weinger hitzig als gedacht

21.07.2016
THURGAU. Nicht erheblich: So lautete das Verdikt der Synode der Evangelischen Landeskirche zur Motion über die Schaffung einer neuen Fachstelle Ökumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit. Das Thema Homosexualität wurde nach hitziger Vordebatte nur angeschnitten.

Von Brunhilde Bergmann

«Wir sind nicht aus der Pflicht, wenn Sie die Motion nicht für erheblich erklären», sagte Kirchenratspräsident Wilfried Bührer. Die Synode der Evangelischen Landeskirche folgte dem Antrag des Kirchenrates. Nicht erheblich lautete ihr Verdikt zur von Hans Peter Niederhäuser und zehn Mitunterzeichnenden eingereichten Motion auf Schaffung einer Fachstelle Ökumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit (OeME).

Nicht ganz vom Tisch

Die Motionäre wollten den Kirchenrat verpflichten, der Synode Bericht und Antrag auf Schaffung einer landeskirchlichen OeMEFachstelle vorzulegen. Die OeME-Stelle sollte die Kirchgemeinden in Fragen der Ökumene, Mission, Entwicklungszusammenarbeit, interreligiösem Zusammenleben und Solidarität mit bedrängten Kirchen beraten, motivieren und befähigen. Sonst seien die lokalen Beauftragten kaum in der Lage, von der wertvollen Vernetzung unter den Kantonalkirchen zu profitieren. Ganz vom Tisch sind die Anliegen der Motionäre aber nicht. Im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Fachstelle Diakonie könnten sie nochmals aufgegriffen werden.

Spaltung befürchtet

Nicht ganz zufrieden zeigte sich Pfarrer Peter Kuster aus Lustdorf mit der Antwort des Kirchenrats auf seine Interpellation zum Thema «landeskirchliches Bibelverständnis im Umgang mit Fundamentalismus und Homosexualität». Der Kirchenrat warnte davor, das Thema Homosexualität zu einem Thema zu machen, dass die Kirchen spaltet. Peter Kuster verzichtete in der Folge aber auf eine Diskussion. Er begründete dies mit den emotional und unsachlich gehaltenen Voten in der Vorsynode: «Nach dieser Erfahrung, bin ich davon überzeugt, dass die Auseinandersetzung über so heiklen Themen besser in einer Arbeitsgruppe aufgehoben ist, als in der Synode.»

Synode-Journal

An der Synode der Evangelischen Landeskirche vom 27. Juni 2016 wurden verschiedene Traktanden behandelt. Das Journal fasst die wichtigsten Punkte zusammen:

Besser.

Mit einem Überschuss von 450'000 Franken schliesst die Rechnung 2015 deutlich ab besser als erwartet. Je 20'000 Franken fliessen davon in die Kompetenzsumme des Kirchenrats und in die Hilfskasse der Evangelischen Landeskirche. Mit 50'000 Franken werden die Jubiläumsaktivitäten 2017 bis 2020 vorfinanziert. Der Rest wird dem Eigenkapital zugewiesen.

Visionär.

Die Kantonalkirche soll mit einer Vision unterwegs sein. Den Anfang dieses Prozesses soll eine Gesprächssynode bilden. Die Synode hat deshalb eine neunköpfige Arbeitsgruppe eingesetzt, die ein Konzept für die Gesprächssynode ausarbeiten soll.

Entschädigt.

Verschiedene Kirchgemeinden stellen für berufsbegleitend Studierende am Theologisch-diakonischen Seminar Aarau Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die Synode legte in der überarbeiteten Entschädigungsverordnung nun fest, dass solche Gemeinden dafür die Hälfte des AHV-pflichtigen Lohns, maximal aber 1‘200 Franken pro Monat, von der Landeskirche rückerstattet bekommen.

Besetzt.

Michael Raduner aus Horn und Brigitte Hascher aus Hüttlingen ersetzen die beiden zurückgetretenen GPK-Mitglieder Johannes von Heyl und Gerda Schärer. Besetzt werden konnten auch drei bei den Erneuerungswahlen vom 30. November 2015 vakant gebliebene Sitze: Walter Berger aus Sulgen komplettiert die Rekursund Beschwerdekommission, David Ackermann aus Egnach und Markus Kuhn aus Steckborn wurden als Ersatzpersonen in die Ombudsstelle gewählt.

brb


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