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Gesellschaft

Bleibt von der Idee nur die Illusion?

Sie lebte in Wohngemeinschaften, hütete fremde Häuser, war bereits mit 18 Jahren vorübergehend auf dem Campingplatz stationiert, zügelte insgesamt rund 40 Mal: Nun hat sich Irene Barmettler ihr eigenes Zuhause, ein kleines Wohnmobil, gekauft.

Anthrazitfarben, sechs Meter lang, zwei Meter breit, 265 Zentimeter hoch: Auf höchstens zwölf Quadratmetern, der Grösse eines kleinen Kinderzimmers, bewegt sich Irene Barmettler in ihrer neuen Bleibe. «Es ist alles vorhanden –
Küche, Bad und Schlafzimmer – es ist eng, aber bequem», fasst die 53-Jährige ihre neue Wohnsituation zusammen. Zwei Jahre wälzte sie die Idee, fortan auf vier Rädern zu hausen. «Ich wollte raus aus der Wohnung, nicht in dieser Komfortzone harren. Ich möchte diese Lethargie, dieses Gleichförmige und Beschauliche hinter mir lassen und nicht in der eigenen Welt der vier Wände versinken. Sonst schläft das Leben ein.»

Jetzt gälte es wieder, auf die Menschen zuzugehen, wenn sie einen Stellplatz für ihr Wohnmobil suche. Nun heisst es, Kontakt aufnehmen, wenn sie für längere Zeit auf einem Campingplatz weilt. «Ich will wieder offener werden», so das Credo. Die neu gewählte Form des mobilen Lebens sieht die aus dem Aargau Stammende auch als Versuch. Sie will herausfinden, wo die Realitäten sind und was von ihrer Idee Illusion ist. Gewiss sei es schön, die Elemente unmittelbarer zu spüren. «Doch es ist eine Herausforderung, die Hitze aus dem Gefährt zu bringen, immer mit andern Leuten die gemeinschaftlichen sanitären Anlagen zu nutzen oder in der kalten Jahreszeit an einem guten Ort zu überwintern. Jetzt aber bin ich mobil und wenn mich die Nachbarn stören oder ich sie, kann ich weiterziehen – auch ins Ausland.»

Der Wandel ist die Konstante im Leben der Zürcherin. Sie, die bis vor kurzem 10 Jahre als Chauffeuse mit Leib und Seele Busse gelenkt hat, aber auch auf dem Bau arbeitete, an der Bar servierte und auch für Tage und Wochen Bauern aushalf, haben hundertprozentige Festanstellungen schnell eingeengt. Derzeit vertritt sie am Zürichsee einen Bademeister. – Ende und Neuanfang, heute hier, morgen dort leben, ein Kommen und Gehen, Beziehungen abrupt abbrechen? «Nein nicht partout, es gibt noch einen festen Zufluchtsort in Effretikon, wo ich mich wohl fühle und es auch eine Kaffeemaschine gibt …» 

Text | Bild: Katharina Meier – Kirchenbote SG, September 2016

 


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Noten, Demo zum üben und den Flyer finden Sie unter der Agenda.

 


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Sonntag, 23. Juni 2019, 17 Uhr, Lukaskirche, Luzern