News aus dem Kanton St. Gallen

Den Wandel meistern

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31.03.2023
Am 30. April stimmen die Mitglieder der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt über die Totalrevision der Kirchenverfassung ab. Für deren Annahme braucht es eine Zweidrittelmehrheit.

120 Paragrafen sollen in Zukunft die Geschicke der Basler reformierten Kirche in den Grunds├Ątzen regeln. Von Mitte 2021 bis Mitte 2022 erarbeiteten die Mitglieder der Verfassungskommission die Totalrevision der Basler Kirchenverfassung. In zwei Lesungen erfolgte anschliessend der Austausch mit der Synode, dem Parlament der Kirche. Deren A╠łnderungsauftra╠łge arbeitete die Kommission wunschgem├Ąss ein.

Im vergangenen November hiess die Synode die totalrevidierte Verfassung einstimmig bei zwei Enthaltungen gut. Die scheinbare Einm├╝tigkeit des Parlaments t├Ąuscht allerdings. Denn vorangegangen waren teilweise hitzige Debatten um inhaltliche Ausrichtungen. Von Anfang an unbestritten war hingegen, dass es aufgrund des Mitgliederschwunds eine Vereinfachung der Verfassung braucht und die Strukturen der Kirche verschlankt werden m├╝ssen.

Flexibler werden

Zu den wichtigsten Vera╠łnderungen geho╠łrt die Verkleinerung der Synode auf vorerst 40 Mitglieder. Auch der Kirchenrat, die Exekutive der Kirche, wird verkleinert. Bisher bestand er aus neun Mitgliedern, neu sollen es sieben sein. Damit wird sowohl der Realit├Ąt Rechnung getragen als auch die Zukunft antizipiert. Denn die Strukturen und Abla╠łufe der Kirche ÔÇô etwa die Gro╠łsse und die Zusta╠łndigkeit von Synode und Kirchenrat wie auch der Planungsprozess ÔÇô stammen aus einer Zeit, als die Basler Kirche weit u╠łber 100ÔÇë000 Mitglieder hatte. Heute sind es 22ÔÇë000 Mitglieder.

Ziel der Verfassungsrevision ist es, die rechtliche Struktur der Kirche ihrer aktuellen und k├╝nftigen Gro╠łsse anzupassen sowie flexibler zu werden. Beat Ochsner, Pra╠łsident der Synode, sagt dazu: ┬źDie totalrevidierte Kirchenverfassung ist entscheidend fu╠łr die Zukunft unserer Kirche, weil sie uns hilft, Ballast abzuwerfen.┬╗ Und Bernhard Christ, Mitglied der Verfassungskommission, doppelt nach: ┬źUnsere Kirche braucht mehr Flexibilita╠łt. Die totalrevidierte Verfassung legt den Rahmen so, dass wir den Wandel, der ja weitergehen wird, ohne sta╠łndige Anpassung der Verfassung meistern ko╠łnnen.┬╗

Externe Mitgliedschaft und Personalgemeinden

Die neue Verfassung legt die Basis dafu╠łr, dass auch Personen Mitglied in der Basler Kirche werden ko╠łnnen, die nicht im Kanton wohnen. Voraussetzung dafu╠łr ist, dass sie in einem anderen Kanton Mitglied einer evangelischen Kirche sind und bleiben und dass die Kirche im Wohnkanton dies zula╠łsst. Als weitere Neuerung k├Ânnen Gemeinden k├╝nftig nicht nur als Ortsgemeinde, sondern auch als Personalgemeinde gefu╠łhrt werden. Personalgemeinden sind nicht geografisch, sondern inhaltlich bestimmt. Die Mitgliedschaft in einer Personalgemeinde entsteht durch eine explizite Erkla╠łrung des Kirchenmitglieds. Sie kommt zur Mitgliedschaft in der Ortsgemeinde hinzu.

Sollten die kirchlichen Stimmberechtigten Ende April der totalrevidierten Verfassung mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen, w├╝rde sie am 1. Januar 2024 in Kraft treten. Zuvor muss der Regierungsrat die neue Verfassung genehmigen.

Autor: Toni Sch├╝rmann

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