News aus dem Kanton St. Gallen

Ein Licht in schweren Zeiten

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27.03.2020
Das Virus hat uns im Griff. Vieles ist anders im Moment, reduziert, eingeschränkt. Eine Situation, wie wir sie noch nicht erlebt haben.

Wenn wir den Blick auf das richten, was nicht ist, was weniger ist, was nicht mehr geht, dann kann das mutlos, traurig und w√ľtend machen.

Aber: Wir können unsere Perspektive auch ändern! Auf das schauen, was plötzlich möglich ist, was neu entsteht, auf frische Ideen und Kreativität blicken.

Vielleicht nutzen wir unsere freigewordene Zeit f√ľr Dinge, die sonst im Trubel untergehen oder die wir auf die lange Bank geschoben haben. (Nicht nur endlich mal so richtig aufr√§umen.)

Zum Beispiel:

¬†- mir √ľberlegen, wof√ľr ich dankbar sein darf

- einen Brief schreiben

- einen verlorenen Kontakt wiederaufleben lassen

- ein schwieriges Gespr√§ch f√ľhren

- eine Entschuldigung oder einen Dank anbringen

- sich zu einer Vergebung durchringen

- verdrängte Trauer / Freude zulassen

- ein Gebet sprechen

- …

Hoffnungsvoll stimmt mich, dass im Moment viel Neues passiert. Nachbarn, die sich kaum kennen, bieten Hilfe an. Man ruft sich freundliche Gr√ľsse √ľber die Strasse zu. Musizierende spielen vor Altersheimen und laden zum Mitsingen ein.

Ein Zeichen der Solidarität und Verbundenheit 

Auch die Kirchen sind auf der Suche nach neuen Formen des Miteinanders. 

Dazu geh√∂rt die √∂kumenische Aktion ¬ęEin Lichtermeer f√ľr die Hoffnung¬Ľ. Sie l√§dt uns ein, ein Zeichen der Solidarit√§t und Verbundenheit zu setzen, indem wir jeden Donnerstagabend jeweils um 20 Uhr eine Kerze entz√ľnden und sie gut sichtbar im Fenster platzieren.¬†

Wer mag, spricht dazu eine dreifache F√ľrbitte:

- f√ľr die am Virus Erkrankten und ihre Angeh√∂rigen

- f√ľr die im Gesundheitswesen Arbeitenden

- f√ľr alle Menschen, die sich jetzt einsam f√ľhlen.

Ein schönes Zeichen der Verbundenheit, das auch schon auf Ostern hinweist. An Ostern feiern wir das Leben, das Gott will. Seine Liebe, die uns auch in schweren Zeiten nicht verlässt. Seine Kraft, die uns in die Zukunft begleitet.

Und so w√ľnsche ich uns allen den Segen Gottes in dieser Zeit.

Pfarrerin Christina Br√ľll