News aus dem Kanton St. Gallen

Feuerwehren ohne Grenzen

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19.09.2018
Es begann mit einem unerwarteten Besuch von Delegierten der ungarischsprachigen reformierten Kirche aus der Westukraine in Horn. Über vier Jahre hinweg wuchsen daraus solidarische Projekte mit verschiedenen Partnern auf beiden Seiten. Einer davon: die kirchliche Feuerwehr in Dercen in der Ukraine.

┬źHabt Ihr Zeit, morgen eine Delegation zu empfangen?┬╗ Pfarrer Tibor Elekes erinnert sich noch ganz genau an den Anruf von Andrin Florin, Mitglied der Synode der Z├╝rcher reformierten Landeskirche, ganz genau. Die Saat der ersten Begegnung ging auf. Es wuchs ein zweij├Ąhriges Dorfprojekt, in dem die Horner Bev├Âlkerung eine Einrichtung f├╝r mit Behinderung lebende Kinder und Jugendliche durch den Bau einer Mensa unterst├╝tzte. Ihr Name: ┬źVergissmeinnicht ┬╗. Er sollte Programm werden.

Verantwortung ├╝bernehmen
Die Mitglieder der Stiftung des Rotary Clubs Rorschach Arbon sahen die Notwendigkeit, ┬źVergissmeinnicht┬╗ um eine gesch├╝tzte Werkstatt zu erweitern. Kurzentschlossen reisten drei Mitglieder mit Tibor Elekes, selbst Rotarier, in die Westukraine. Das Projekt gewann┬áGestalt. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Die G├Ąste aus dem Thurgau besichtigten auf ihrer Reise den St├╝tzpunkt der Feuerwehr Dercen. Rafael Heer, Pr├Ąsident des Feuerwehrverbandes Thurgau, staunte nicht schlecht: Diese Feuerwehr war eine kirchliche! ┬źSie ist aus der Not geboren┬╗, erz├Ąhlte ihr Initiator Mikl├│s Zsukovszky, dortiger Pfarrer und Dekan. ┬źDie staatliche Versorgung reicht nicht f├╝r ein Minimum. Wir m├╝ssen selbst aktiv werden.┬╗ Rafael Heer sah bald, dass hier viele engagierte Feuerwehrfrauen und -m├Ąnner mit geringsten Mitteln im Einsatz stehen. ┬źHier braucht es dringend Unterst├╝tzung!┬╗

Direkthilfe unter Feuerwehren
Diese kommt seitdem auch aus dem Thurgau. Sieben Schweizer Feuerwehroffiziere oder Instruktoren reisten im April 2018 zusammen mit Tibor Elekes als Dolmetscher zu einer mehrt├Ągigen ├ťbung nach Dercen, um die dortige kleine kirchliche Feuerwehr mit dringend n├Âtigem Material und Knowhow zu versorgen. Aber nicht nur die Aktiven der Dercener Feuerwehr ÔÇô unter ihnen auch der Bischof der ungarischsprachigen reformierten Kirche in Transkarpatien, S├índor Z├ín F├íbi├ín ÔÇô lernten von dieser Begegnung, so res├╝mieren die Schweizer Feuerwehrler. ┬źWas f├╝r uns in der Schweiz selbstverst├Ąndlich ist, ist es in der Ukraine nicht in jedem Fall. Man muss improvisieren und sich selber zu helfen wissen, um weiterzukommen. Und trotz aller grossen Herausforderungen sind die Menschen fr├Âhlich und herzlich!┬╗ Das Projekt lebt, Beziehungen sind entstanden. ┬źEiner trage des anderen Last!┬╗, dieses Gesetz Christi wird hier in die Tat umgesetzt. Ein ├Âkumenisches Zeichen: auch die Katholische Kirchgemeinde Arbon hat einen Betrag f├╝r die Projektunterst├╝tzung gesprochen, dessen aktive Fortf├╝hrung die Beteiligten bereits ins Auge fassen. Sie planen, auch 2019 den nicht ganz einfachen Weg ├╝ber die Grenzen zu nehmen, um die Begegnungen und die Ausbildung der kirchlichen Feuerwehr in Dercen zu intensivieren.

 

(23. September 2018, Karin Kaspers-Elekes)

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