News aus dem Kanton St. Gallen

Ökumenische Kampagne 2018: «Werde Teil des Wandels»

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07.02.2018
Politische Spannungen, Ungleichheit und Klimakrise verschärfen sich weiter. Die Hilfswerke Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein fordern deshalb mit ihrer Kampagne 2018 einen Wandel hin zu einer Welt, in der alle genug zum Leben haben.

Eigentlich w√ľssten wir es: Eine wirkliche Verbesserung der menschenunw√ľrdigen Situation in armen L√§ndern ist nur m√∂glich, wenn auch wir uns ver√§ndern. Doch tun wir das? Wir sorgen uns um die Entwicklung in einer Welt, in der sich politische Spannungen, Ungleichheit und Klimakrise weiter versch√§rfen. Wir wissen auch, dass diejenigen Menschen am st√§rksten leiden, die bereits wenig haben. Aber was unternehmen wir dagegen?

¬ęErde wird zerst√∂rt¬Ľ

Der Einfluss von uns Menschen auf die Sch√∂pfung hat seit der Industrialisierung um 1800 massiv zugenommen. ¬ęLeider nicht zum Guten¬Ľ, wie es im Magazin zur √∂kumenischen Kampagne 2018 von Brot f√ľr alle, Fastenopfer und Partner sein heisst: ¬ęWenn wir weiter wirtschaften wie bisher, wird unser Planet bald an seine Grenze stossen. Das hat Konsequenzen: Hungersn√∂te in Afrika, Fluten in Asien oder Trockenheit in Lateinamerika. Die Kontinente sind dabei austauschbar. Und alle diese Auswirkungen zeigen sich auch in Europa.¬Ľ

Unser globales Wirtschaftssystem, das auf einer intensiven Nutzung der √∂kologischen und sozialen Ressourcen beruht, zerst√∂rt laut den Hilfswerken die Erde. Die Menschheit verbrauche heute die Ressourcen von 1,6 Planeten, um ihre materiellen Bed√ľrfnisse zu stillen. ¬ęUnter dieser Ausbeutung leiden vor allem die armen und verwundbaren Menschen, denn sie haben nicht die Mittel, sich den negativen Folgen zu entziehen.¬Ľ

Fehlentwicklungen zeigen sich laut den Hilfswerken √ľberall: Die Staaten messen ihren politischen Erfolg am Wachstum des Bruttoinlandprodukts, und die Mehrheit der Unternehmen stellt die Gewinnmaximierung in den Mittelpunkt ihrer Strategien. Die grossen multinationalen Unternehmen haben an Einfluss gewonnen und darauf hingewirkt, dass staatliche Vorschriften im √∂kologischen und sozialen Bereich abgeschw√§cht wurden. Regelm√§ssig werden internationale Menschenrechtsnormen, Umwelt- und Arbeitsrechte missachtet.

Gelebte Solidarität

Die drei landeskirchlichen Werke stellen deshalb den Wandel ins Zentrum ihrer Kampagne, die vom 14. Februar bis 31. M√§rz dauert. Sie sind √ľberzeugt, dass dieser Wandel n√∂tig ist: ¬ęSonst beraubt sich die Menschheit ihrer Lebensgrundlage.¬Ľ Sie zeigen daf√ľr auch Handlungsm√∂glichkeiten auf: das eigene Konsumverhalten zu ver√§ndern, Menschen in S√ľdprojekten mit einer Spende zu unterst√ľtzen oder sich an einer Aktion zu beteiligen. ¬ęSo wird die √∂kumenische Kampagne zum Inbegriff der gelebten Solidarit√§t.¬Ľ

Im Glarnerland hat der Theologe und Ethiker Thomas Gr√∂bly am Einf√ľhrungsabend der beiden Landeskirchen vom 25. Januar in Glarus aufgezeigt, was es braucht, um den Wandel hin zu einer Wirtschaft und Lebensweise, welche die Grenzen der Erde respektieren, zu erm√∂glichen. Die Kirchgemeinden und Pfarreien laden im Februar und M√§rz zu diversen Anl√§ssen wie Suppenzmittagen ein. Am 10. M√§rz findet zudem der traditionelle Rosenverkauf im Glarnerland statt.

Madeleine Kuhn-Baer