Logo
Spiritualität

Heiraten – unbegrenzte Möglichkeiten

16.04.2016
Früher wurde anders geheiratet als heute. Die perfekte Hochzeit wird zwar immer noch durch die eigene Handschrift geprägt, doch ist die Vielfalt der hochzeitlichen Komponenten schier ins Unermessliche gestiegen. Was bleibt, ist der göttliche Segen, der bei vielen nicht fehlen darf.

Von Basil Höneisen

Ob in der Luft, an Land oder gar unter Wasser. Die Orte für das «Ja, ich will» sind im Laufe der Zeit individueller denn je geworden. So erzählt Janina H. aus Frauenfeld beispielhaft: «Mein Verlobter machte mir den Heiratsantrag beim Tauchen.» Doch nicht nur der Antrag, auch die Hochzeiten selbst scheinen in ihrer Durchführungsart im Vergleich zu früher vielfältiger geworden zu sein. «Kirchenmitglieder heiraten zwar immer noch in der Kirche - aber nicht mehr automatisch oder nur in der Kirche», sagt Martina Brendler, Pfarrerin der Kirchgemeinde Romanshorn. «Heute gibt es auch freie Redner, welche die Zeremonie dann für das Paar individuell und nicht unbedingt kirchlich halten». 

Veränderungen auf selber Basis

Pfarrerin Brendler stellt im Vergleich zu früher eine Veränderung des direkten Bezugs fest, der nicht mehr unbedingt gegeben sein muss. «Die Musiker kommen aus Bern, weil dem Brautpaar die Lieder der Band gefallen, die Pfarrerin kommt aus Romanshorn, weil sie gerne eine Frau haben möchten, die sie traut, und das Restaurant ist in St. Gallen, weil dort ein prima Hochzeitsbuffet offeriert wird», sagt sie zur aktuellen Hochzeitssituation in ihrer Kirche. Früher, vor 20 bis 30 Jahren, sei das anders gewesen. «Die Braut war evangelisch, der Bräutigam auch, beide im Cevi oder in der Jungschar, kennen von dort den Pfarrer, der dann logischerweise auch der Traupfarrer wird».Trotzdem ist es vielen wichtig, sowohl Kirchenmitgliedern als auch anderen, das Eheschiff kirchlich absegnen zu lassen. «Der Bezug zum «Spirituellen» ist vielen von Bedeutung, im Sinne von, dass himmlischer Beistand ja nicht schaden könne», erklärt Brendler. Die Kirchennahen hingegen würden bewusst die Ehe vor Gott besiegeln wollen.

Draussen – und doch «kirchlich»

Ein Paar, das die Ehe bewusst unter den Segen Gottes stellen will, sind die Thurgauer Reto Schlegel und Manuela Bommeli. «Wir sind der Überzeugung, dass die Ehe etwas Göttliches ist, die uns zum Schutz dient und die wir geniessen dürfen», sagt das angehende Ehepaar. Ganz im Sinne des heutigen Trends heiraten sie nach ihren Vorstellungen. «Wir werden draussen heiraten. Es soll ein Fest werden, dass die meisten Gäste noch nicht erlebt haben» sagt Manuela Bommeli. Warum aber nicht in der Kirche? «In der Kirche fühlen sich die Gäste oft nicht ganz frei und flüstern sofort wenn sie eintreten», sagt Reto Schlegel. Ihnen sei es sehr wichtig, dass es eine lockere Atmosphäre werde.

Traditionell – und doch individuell

Bereits geheiratet, und sogar eher traditionell, haben Tobias und Mirjam Keller. Die Hochzeit fand vergangenes Jahr in der Kirche Kurzdorf statt, die zur Evangelischen Kirchgemeinde Frauenfeld gehört. Tobias Keller bestätigt den individuellen Trend rund ums Thema Heirat: «Auch wenn wir traditionell geheiratet haben, haben wir vieles selber gestaltet.» Das Traditionelle wie die Predigt, der Ringtausch oder der Kuss, seien vermutlich Elemente, die an fast jeder Hochzeit in irgendeiner Form vorkämen. Auf ihr Fest schaut das Ehepaar mit Stolz zurück. «Die Hochzeit ist ein Tag, den man niemals vergessen wird. «Wenn wir unsere Fotos anschauen, werden wir gleich wieder erfüllt mit der Freude, wie wir sie an diesem Tag empfunden haben».


Error loading Partial View script (file: ~/App_Plugins/MultiMostRead/Views/MacroPartials/IncrementView.cshtml)
KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Zwischen Zebra und Löwe  | Artikel

An der St. Galler Olma kann man sich hinter einer Krippe fotografieren lassen – umgeben von exotischen Tieren. Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt die reformierte Kiche des Kantons St. Gallen.


«Pilger»  | Artikel

Mit dem Lied «Mariam Matrem», vorgetragen vom «Pilgerprojektchor Inscriptum», erleben wir in diesem kurzen Trailer die «Pilger» des Künstler Johann Kralewski, wie sie in der Offenen Kirche St.Gallen auf das Graffiti «des offenen Himmels» von Stefan Tschirren blicken und sich in die Kirche St.Mangen bewegen - am 24.9.2021. Leitung des Projektchors: Walter Raschle. Clip: Andreas Schwendener

Umzug in die Kirche St. Mangen in voller Länge (38 Minuten).


«Back to the roots!» mit Zen-Meister Niklaus Brantschen  | Artikel

«Back to the roots», die Folge 24 von «Zauberklang der Dinge», verbindet die Refrains von zwei Liedern, die Peter Roth nach Gedichten von Dschallalu Din Rumi geschrieben hat. Beide giessen die tiefsten Einsichten aller Mystikerinnen und Mystiker, zu allen Zeiten, in poetische Worte und Bilder. In «This body is a rose» hören wir: Während Formen kommen und gehen, ist ihre Essenz unvergänglich, ewig! Und in «Don’t go away» sagt Rumi: Die ganze Schöpfung, alles fließt aus der gleichen Quelle – kehren wir zu ihr zurück – back to the root of the root! Barbara Balzan und Niklaus Brantschen – die junge Sängerin und der alte Zen-Meister, die Frau und der Mann – teilen ihre Gedanken zu diesen Liedern.


Bloggen Sie mit!  | Artikel

Der Kirchenbote hat neu einen Blog. Reden Sie mit, schauen Sie herein. Es warten spannende Themen auf Sie.