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Leben & Glauben

Mein Urvertrauen

Woher habe ich nur dieses immense Gottvertrauen? Wurde es mir geschenkt? Ist es mir einfach in den Schoss gefallen? Oder musste es erarbeitet werden? Im Laufe des Lebens immer wieder erprobt und dadurch erst gewonnen? Oder ist es einfach die Lebenserfahrung, die einem gelassener werden lässt? - Ich denke, des Rätsels Lösung ist ein Mittelweg zwischen Geschenk, Arbeit, Probe und Lebenserfahrung.

Mein Glaubensprozess, denke ich, hatte seinen Anfang in meinem christlichen Elternhaus. Durch die grosse Freude an einer neuen gesunden Erdenbürgerin und die lieben Gedanken sowie Gebete, welche mich seit der Geburt begleiten, bildete sich in mir ein Gerüst eines ausbaufähigen Vertrauens auf Gott. Dadurch entstand die Grundmauer meines Gottvertrauens, worauf weiter gebaut werden konnte. - In unserer Familie wuchsen wir auf mit dem gemeinsamen Lesen des Bibellesebundes und einem Gebet vor den Mahlzeiten und vor dem Schlafen gehen. Die Bibel und das Gespräch mit Gott gehörten für uns zum Alltag wie das Essen, ins Bett gehen oder das Fussballspiel und Unsinn machen. Zurückblickend waren für mich diese Erfahrungen ein grosses Geschenk, welches ich aus Überzeugung wiederum meinen Kindern weitergegeben habe.

Die Schulzeit mit dem Religionsunterricht ist bei mir noch immer in bester Erinnerung. Nie werde ich die letzte Schulstunde am Samstagmorgen vergessen, in der immer interessante biblische Geschichten erzählt wurden. Dies war jeweils die Krönung der Schulwoche. Am Sonntag besuchte ich dann mit Begeisterung die Sonntagsschule. In diesen Sonntagsmorgenstunden wurde neben den Erzählungen von biblischen Geschichten viel gesungen und gebastelt. Das Krippenspiel an Weihnachten war jedes Mal der Höhepunkt des Jahres. Ich denke, dies sind Eindrücke und Erlebnisse im Kindesalter, die eine gute Basis für den Glauben und das Gottvertrauen sind. Da ist jemand, der dich immer annimmt wie du bist, was du auch angestellt hast. Immer ist er gegenwärtig. Auf ihn ist einzig vollkommener Verlass und dies zu jeder Zeit, ob Tag oder Nacht.

Voller Vertrauen loslassen wurde bei mir seitens Eltern bereits in jungen Jahren geübt. Viele Engel haben mich sicher durch die Teeny-Jahre gebracht. Mit einem guten „Rüstzeug“ wurde ich mit der Konfirmation aus dem Religionsunterricht entlassen. Aus Überzeugung habe ich mich konfirmieren lassen. Mit Freude habe ich dann nach nur wenigen Jahren direkt aus dem Elternhaus hinaus geheiratet. Kurz danach kam das erste Kind zur Welt. Es folgten Jahre, in denen ich mit den Anforderungen des Lebens ziemlich Schwierigkeiten hatte, die mich aber Gott immer näher brachten. Schaue ich zurück, kam alles so wie es kommen musste. Und es kam gut. Verschiedene Lebenssituationen habe ich im Moment nicht verstanden, Jahre später konnte ich aber klar deren Sinn erkennen. Ich liess mich voller Gottvertrauen führen und dadurch wurde mein Vertrauen zusätzlich gestärkt und vertieft.

Heute beginne ich den Tag möglichst mit einigen stillen Minuten. Gerne lese ich die Losungen. Ein Dankeschön beendet den Tag. Wie jede gute Beziehung muss auch der Kontakt zu Gott gepflegt werden. Das Gespräch suchen, nicht nur sprechen, sondern auch zuhören. Gemeinsam Feste wie Gottesdienste feiern oder zusammen Brot und Wein einnehmen wie das Abendmahl, das stärkt das Gottesvertrauen und ist beste Nahrung für den Alltag.

Bin ich naiv, weil ich mich blind auf Gott verlasse und jeden Tag von neuem mein Leben in Gottes Hände lege? Ich glaube nicht und meine Erfahrungen zeigen es. Im Moment stehe ich noch täglich frohen Mutes auf. Der letzte Lebensabschnitt wird aber sicher einige Herausforderungen mit sich bringen. Der Reifeprozess des Glaubens und Vertrauens erlangt dann seinen Höhepunkt. Welche Aufgaben habe ich wohl in meinem Leben noch zu erfüllen? Hoffentlich kann ich es mit Gottes Hilfe gelassen angehen, voller Gottvertrauen, denn dann kann es nur gut kommen.

 Christine Culic-Sallmann


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