News aus dem Kanton St. Gallen

Basel feiert Fussball, Kunst und Kirche

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06.06.2017
Während 32'000 Fans im Basler St. Jakob-Park den Meistertitel des FC Basel bejubelten, feierten 2500 beim Münster die «Nacht des Glaubens», darunter Nationalrat Eric Nussbaumer und Kirchenbundspräsident Gottfried Locher.

Wenn Rotblau spielt und den Meisterpokal in die H├Âhe stemmt, steht Basel still. Doch nicht ganz. W├Ąhrend am letzten Freitag 32'000 Zuschauer im Stadion das Spiel zwischen dem FCB und dem FC St. Gallen verfolgten, feierten 2500 Besucher die ┬źNacht der Glaubens┬╗. Sie besuchten die 25 Veranstaltungen mit mehr als 200 K├╝nstlerinnen und K├╝nstlern rund ums M├╝nster.

Auf dem M├╝nsterplatz er├Âffnete Hausherr Lukas Kundert den Anlass. Der Kirchenratspr├Ąsident von Basel-Stadt begr├╝sste die Katholiken, Orthodoxen, Christkatholiken, Freikirchler und Reformierten auf ┬źdem Platz, auf dem Menschen schon immer Gott gelobt┬╗ haben. F├╝r Kundert geh├Âren Kunst und Kirche zusammen. ┬źKunst bildet das ab, was nicht sichtbar ist und doch dahinter steht.┬╗ Das treffe auch auf Gott zu.

Lebenskunst im ├Âffentlichen Raum
Zahlreiche Vertreter von Kirche, Politik und Kultur waren unter den Besuchern. Nationalrat Eric Nussbaumer ├╝berbrachte die Gr├╝sse der Politik. F├╝r den Baselbieter verk├Ârpert das ┬źFestival f├╝r Kunst und Kirche┬╗ ein St├╝ck Hoffnung. Nussbaumer zeigte sich beeindruckt, dass die Kirchen hier auf dem M├╝nsterplatz f├╝r die ├ľkumene einstehen und ┬źLebenskunst in den ├Âffentlichen Raum┬╗ tragen.

Beeindruckt zeigte sich auch Gottfried Locher. Der Pr├Ąsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes war aus Bern an den Rhein angereist. Es sei erstaunlich, wie ┬źselbstverst├Ąndlich und fr├Âhlich┬╗ die Kirchen auftreten und feiern, auch wenn sie in Basel inzwischen eine Minderheit bildeten.

Ohne katholische Kirche
Das Festival war die zweite Auflage der ┬źNacht des Glaubens┬╗. 2013 besuchten 15'000 Personen die Veranstaltungen. Dieses Jahr mussten die Organisatoren das Programm redimensionieren und den Festort von der Innenstadt auf den M├╝nsterplatz verlegen, denn der FCB hatte seine Meisterfeier just auf den gleichen Tag gelegt. Die Kirchen mussten weichen. Da die Veranstaltungen nur rund ums reformierte M├╝nster stattfanden, machte jedoch die katholische Kirche des Kantons Basel-Stadt in diesem Jahr nicht mit.

Organisator Beat Rink zeigte sich davon unbeeindruckt. ┬źWir lieben den Fussball und den FCB┬╗, rief der Kulturbeauftragte der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt auf der Openair-B├╝hne und gr├╝sste den FCB mit einem Augenzwinkern.

Von ┬źDust in the Wind┬╗ bis Beethoven
Das Programm aus den Sparten Pop, Rap, Jazz, Klassik, Tanz, Literatur und Kabarett war vielf├Ąltig. Vom Georgsturm herab er├Âffnete der Posaunenchor ┬źAmor Brass Quintett┬╗ den Abend. Auf dem M├╝nsterplatz stimmte sp├Ąter die britisch-kanadische Band ┬źThe Shiyr Poets┬╗ den Welthit ┬źDust in the Wind┬╗ an, w├Ąhrend im M├╝nster das Jugend-Sinfonieorchester Basel Beethoven spielte. Und in der Niklauskapelle sangen unz├Ąhlige Jungendliche und junge Erwachsene, die mit ihren Kinderwagen den Weg durchs Gedr├Ąnge suchten, Lobpreis-Lieder.

Ein wenig Fussball muss sein
Ganz ohne Fussball ging es aber auch in der ┬źNacht des Glaubens┬╗ nicht: In einer Autorenlesung trug Pfarrer Martin D├╝rr Fussball-Weisheiten aus seiner Kolumne vor. Und auf dem M├╝nsterplatz spielten die Besucher in einem riesigen ┬źFairplay XXL┬╗-T├Âggelikasten gegeneinander.

Beat Rink zeigt sich mit dem Anlass zufrieden. Die R├╝ckmeldungen seien gut. Das Ziel, Kunst und Kirche auf einem professionellen Niveau ins Gespr├Ąch zu bringen, habe man erreicht. Rink stellt fest, dass K├╝nstler zunehmend bereit seien, mit der Kirche zusammenzuarbeiten. Man plane eine weitere ┬źNacht des Glaubens┬╗ in zwei Jahren. Wie diese dann aussieht, h├Ąnge davon ab, wie stark sich die Kirchen engagieren.

Tilmann Zuber / Kirchenbote / 6. Juni 2017

Dieser Artikel stammt aus der Online-Kooperation von ┬źreformiert.┬╗, ┬źInterkantonaler Kirchenbote┬╗ und ┬źref.ch┬╗.

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