News aus dem Kanton St. Gallen
Das Leben auf der Flucht verloren

Beim Namen nennen – vom Frieden singen

von Kathrin Bolt & Birke Müller
min
02.07.2026
Es gibt Themen, die sind so schwer, dass man sie allein nicht tragen oder verarbeiten kann. Ein Rückblick auf den Gottesdienst «Beim Namen nennen» in der St. Galler Laurenzenkirche.

Es gibt Themen, die sind so schwer, dass man sie allein nicht tragen oder verarbeiten kann.
So auch die Tatsache, dass über 72000 Menschen auf der Flucht bei den Festungen Europas ihr Leben verloren haben. Alle zwei Jahre findet in mehreren Städten der Schweiz und inzwischen auch in Deutschland das bewegende Projekt «Beim Namen nennen statt». Während 24 Stunden werden Nachrichten gelesen, die unter die Haut gehen. Wie:
Am 27. März 2026 starb Babu Mahango aus dem Kongo, ein 20 jähriger Mann. Er ist ertrunken auf dem Weg nach Frankreich und wurde von Schleppern auf einer Sandbank liegengelassen.

Interreligiöser Gottesdienst

Im interreligiösen Gottesdienst vom 21. Juni wurden solche Nachrichten aufgenommen.
120 Sängerinnen und Sänger, begleitet von einem grossen Sinfonie-Orchester, sangen aus der interreligiösen Friedensmesse von Carl Jenkins, «the armed man», um das traurige und tragische Thema aufzunehmen, Halt zu geben und zum Nachdenken anzuregen.

Die Predigt erinnerte auch daran, dass Gott ein Volk zur Flucht ermutigte und sie dann für 40 Jahre auf ihrer Flucht begleitete. Schliesslich wurde dieses Volk von Flüchtlingen und Landlosen sogar zu Gottes auserwählten Volk erklärt.

«Wir stehen zusammen»

Der Gottesdienst wurde von den christlichen Kirchen der Stadt sowie der Islamische Gemeinschaft El-Hidaje mitgetragen. Reformierterseits gab es an diesem Sonntag in der ganzen Stadt allein diesen Gottesdienst, als Zeichen dafür, dass wir zusammenstehen; einerseits als Kirchgemeinden aber auch als Gläubige, als Menschen, die ihre Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit nicht aufgeben möchten. Diesen Gottesdienst im Zusammenspiel von Musik und Namen lesen mit den sorgfältig formulierten Gebeten und Predigt-Impulsen  haben viele Menschen als tief berührend erlebt.

 

 

 

 

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