News aus dem Kanton St. Gallen

Brot für alle/Fastenopfer 2020: Säen, was wir ernten möchten

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27.01.2020
«Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert.» Hinter diesem etwas umständlichen Titel verbirgt sich das Motto der diesjährigen Kampagne von Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein.

Es geht um ein Bewusstsein f√ľr Saatgut, das die Grundlage ist f√ľr die weltweite Versorgung mit Grundnahrungsmitteln. √úber 70 Prozent der Nahrungsmittel werden weltweit von kleinb√§uerlichen Betrieben produziert und nicht von der Agrarindustrie. Das erstaunt einerseits, andererseits fordert diese Tatsache zum Handeln auf.

 

Z√ľchtungen sind gef√§hrdet

Denn jene Kleinb√§uerinnen und Kleinbauern m√ľssen Zugang haben zu ihren Ressourcen, insbesondere zum Saatgut. Die Kampagne fordert, dass das Saatgut den ortsans√§ssigen kleinen Betrieben geh√∂rt und nicht den Konzernen. Was logisch klingt, wird in der Realit√§t nicht umgesetzt. Denn die Z√ľchtungen durch Kleinbauernfamilien sind gef√§hrdet. Saatgutkonzerne und Freihandelsabkommen verlangen strikte Sortenschutzgesetze, um Hochleistungssaatgut zu verbreiten.

F√ľr Kleinbauern, insbesondere in Afrika, Asien und Lateinamerika, heisst dies, dass eine jahrtausendalte Tradition gef√§hrdet ist. Brot f√ľr alle, Fastenopfer und Partner sein wehren sich dagegen und haben Initiativen und Projekte gestartet, die das Saatgut sch√ľtzen und die √∂kologisch nachhaltige Landwirtschaft st√§rken.

Das zeigt erste Wirkung. In Guatemala ist es gelungen, ein strenges Sortenschutzgesetz abzuwenden. Auf den Philippinen engagiert sich ein Saatgutnetzwerk f√ľr die Anerkennung der b√§uerlichen Saatgutz√ľchtungen, und in S√ľdafrika wehrt sich die Landfrauenbewegung gegen gentechnisch ver√§nderten Mais. Das sind nur ein paar Beispiele, die zeigen, dass es lohnt, sich zu wehren.¬†

Denn neben der Sicherung der Lebensgrundlage der kleinbäuerlichen Betriebe geht es auch um mehr. Kleinbäuerliche Landwirtschaft mit lokalem Saatgut ist nachhaltig und besser an die regionalen Klimabedingungen angepasst und kann deswegen eine wichtige Antwort auf die Herausforderung des Klimawandels sein. 

Neben den Aktivit√§ten in den einzelnen Kirchgemeinden findet am Dienstag, 4. Februar, um 19 Uhr im Kirchgemeindehaus Glarus ein Einf√ľhrungsabend in die Kampagne statt. Am Samstag 21. M√§rz werden zudem wieder an verschiedenen Orten im Kanton Rosen verkauft.

Pfarrerin Dagmar Doll