News aus dem Kanton St. Gallen

Den Charme Gottes gelebt

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26.01.2021
Als Pfarrer Walter von Arburg im Herbst 1998 seine Lebensaufgabe als Vorsteher des Schweizerischen Diakonenhauses Greifensee nach 28 Jahren niederlegte, bedachten ihn Weggefährten mit einer Festschrift: «Den Charme Gottes gelebt». Diese Worte umschreiben trefflich den irdischen Weg des am 4. Januar Verstorbenen.

Walter von Arburg kam im Herbst 1933 in Bern zur Welt; seinem fr├╝h verstorbenen Vater ist er nie begegnet. In seiner Kantonsschulzeit in Frauenfeld, die er 1952 mit der A-Matur abschloss, schmiedete der Thurgovianer ┬źNestor┬╗ lebenslange Freundschaften. Ein milit├Ąrischer Vorgesetzter riet dem jungen Offizier, seine Studien an der Handelshochschule St. Gallen nicht weiterzuf├╝hren, sondern Theologie zu studieren. Die Idee z├╝ndete; die Universit├Ąten Z├╝rich, Bonn, Heidelberg und Oxford wurden zu weiteren Stationen. W├Ąhrend seines Lernvikariats in M├╝nchwilen bekam Walter von Arburg die ehrende Einladung f├╝r ein Nachdiplomstudium in Jerusalem. Neujahr 1961, wenige Wochen nachdem er in Frauenfeld am Wort Gottes ordiniert wurde, trat er das Pfarramt Alterswilen-Hugelshofen an. Im Kemmental lernte er die Handarbeitslehrerin Vreni Pl├╝er aus B├╝rglen kennen. Im Sommer 1963 schlossen die beiden den Ehebund, aus dem die S├Âhne Walter, Hans Georg und Daniel sowie Tochter Barbara hervorgingen. Von 1965 bis 1970 lebte die Familie ┬źVonico┬╗ in Weinfelden, ehe den Vater der Ruf erreichte, als Vorsteher am Schweizerischen Reformierten Diakonenhaus Greifensee zu wirken. Vreni von Arburg wurde die Rolle der Hausmutter zugedacht. In Greifensee lebten Sch├╝ler und behinderte M├Ąnner in einer Hausgemeinschaft, ┬źin der man aufeinander zuging und f├╝reinander da war.┬╗ Auch ausserhalb des Hauses warteten viele Aufgaben und Verpflichtungen auf Walter von Arburg: Mitarbeit im Verband f├╝r Innere Mission und in der Christlich-J├╝dischen Arbeitsgemeinschaft, Feldprediger in der Armee. Zudem trug er massgeblich zum Aufbau der Deutschschweizer und der Europ├Ąischen Diakonie- Konferenz bei.

Heimkehr in den Thurgau
Nach 20 Jahren in Greifensee entschieden sich die von Arburgs zur R├╝ckkehr in den Thurgau; Vrenis Elternhaus in B├╝rglen wurde beiden zur neu-alten Heimat. Hellh├Ârig und leutselig liess Walter von Arburg sich f├╝r manchen guten Dienst einspannen. Er wurde zum Br├╝ckenbauer, wenn es in den Kirchgemeinden harzte. Er engagierte sich als Pr├Ąsident der Redaktionskommission f├╝r und mit unserem Thurgauer Kirchenboten und besondere Freude bereitete ihm das Vermittleramt zwischen den Generationen, das er als v├Ąterlicher Freund bei gemeinsamen Veranstaltungen von pensionierten Pfarrpersonen und jungen Theologiestudierenden wahrnahm. Walter von Arburgs Wirken wird noch lange Leuchtspuren hinterlassen.

 

(Hans Ruedi Fischer)

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