News aus dem Kanton St. Gallen

Ein Film mit Szenen zum Weiterdenken

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21.02.2019
Christina Aus der Au berichtet, was sie vom Zwingli-Film hält.

¬ęJetzt habe ich ihn auch gesehen wie so viele, den Zwingli- Film. Und ich bin hin- und hergerissen. Einerseits ist alles Bekannte da, alle wichtigen Ereignisse sind historisch korrekt. Und andererseits ist es nat√ľrlich ein Kinofilm, der spannend sein will, obwohl man das Ende schon kennt. Und so sind die Katholiken die B√∂sen, und Zwingli ist die charismatische und starke Erl√∂sungsfigur, der Befreiung von Angst und Unterdr√ľckung bringt. Daran √§ndert auch seine Frau Anna nicht viel, welche die typisch weibliche Stimme des Mitgef√ľhls und des Z√∂gerns einbringen darf. Aber dann hat es immer wieder Szenen, die differenzierter sind und zum Weiterdenken provozieren. Dort, wo der T√§ufer Felix Manz seinen Freund Zwingli im Streit um die Taufe auf die Bibel verweist. Dort, wo der Z√ľrcher B√ľrgermeister R√∂ist die politische Vernunft √ľber das theologische R√§sonieren stellt und klar wird, dass das zur reformierten DNA geh√∂rt. Dort, wo der katholische Generalvikar Faber Zwingli entgegenh√§lt, er habe ein zu optimistisches Menschenbild, dieser sei zur Freiheit nicht f√§hig. Und dort, wo Anna ganz am Ende sinniert, dass die errungene Freiheit darin bestehe, alte Gewissheiten hinter sich zu lassen und ein Leben lang auf der Suche zu sein. Da ist sie viel zu modern ‚Äď Zwingli war sich gewiss, auf der richtigen Seite zu sein. Aber dass es auch auf der richtigen Seite das Gespr√§ch braucht, den Einspruch und die Vielstimmigkeit, und dass Wahrheit verlorengeht, wenn man die Andersdenkenden einfach ers√§uft, das wusste er auch.¬Ľ

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