News aus dem Kanton St. Gallen

Religiöse Konversion und Flucht

von Stefan Degen
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30.06.2023
Schon seit jeher wurden Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt. Nun hat die Evangelische Kirche Schweiz ein Grundlagenpapier zu Flucht, Asyl und religiöser Konversion erarbeitet.

Verfolgung aus Gr├╝nden der Religion z├Ąhlt zu den ├Ąltesten Fluchtgr├╝nden der Menschheitsgeschichte. Seit der Zunahme von Gefl├╝chteten im Jahr 2015 wurde religi├Âse Konversion im Kontext von Flucht und Asyl auch in der Schweiz zu einem ├Âffentlichen Thema. Wie soll der Staat umgehen mit Menschen, die vor oder w├Ąhrend des Asylverfahrens ihre Religion wechseln und deswegen in ihrem Herkunftsland bedroht sind? Wie sch├╝tzt er das in der Verfassung garantierte Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit? Zu diesen Fragen hat die Evangelische Kirche Schweiz (EKS) ein Grundlagenpapier erarbeitet, das sie aus theologischer, soziologischer und rechtsethischer Sicht beleuchtet.

┬źWas der Glaube in der konvertierten Person verursacht, la╠łsst sich von aussen nicht beobachten, besta╠łtigen oder bezweifeln┬╗, schreiben die Autoren Frank Mathwig und David Zaugg. Gegenstand einer Konversionspru╠łfung im Asylverfahren k├Ânne daher nicht der Religionswechsel selbst sein. Aus Sicht der Kirchen gelte: ┬źWenn sie eine geflu╠łchtete Person taufen und in die Kirche aufnehmen, treffen sie keine Entscheidung u╠łber ihr Bleiberecht oder ihren Schutzstatus.┬╗ Theologisch gehe es um die Bu╠łrgerinnen- und Bu╠łrgerrechte im Gottesreich und nicht um politische Rechte, die weltliche Staaten ihren Bu╠łrgerinnen und Bu╠łrgern gewa╠łhren. F├╝r die staatlichen Entscheidungstr├Ąger sei hingegen die Gef├Ąhrdungslage im Heimatland massgebend.

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