Logo
Kirche

Wie die Kirchgemeinde Sargans ihre Gebäude familienfreundlich nutzen will

Die Rutschbahn vom Kirchturm

24.04.2018
Rolf Kühni ist ein Pfarrer mit viel Erfahrung und vielen Ideen. Seit zwei Jahren arbeitet er in Sargans. Anlässlich seiner Wahl vor einem Jahr schlug er vor, eine Rutschbahn an den Kirchturm anzubauen.

Die Kirche Sargans, erbaut 1959, steht unauffällig am Rand der Ortschaft, mit einem grösseren Stück Wiese rundherum. Rolf Kühni wünscht sich eine Kirche, die wahrgenommen wird und lebt. Deshalb kam ihm die Idee, das Gebäude und das Land besser zu nutzen. Entgegen seiner Erwartung, dass sein Vorschlag vor allem auf Skepsis stossen würde, war die Kirchgemeindeversammlung angetan und applaudierte spontan. «We are the Sarganserland – Open Heart Community», der Gemeindeslogan, sollte also kein leerer Begriff bleiben.

Die Idee nimmt Gestalt an
Unterdessen hat sich eine Projektgruppe gebildet, um diese Chance für das Miteinander von Jung und Alt zu packen und in die Tat umzusetzen. In der Gruppe sind zehn Personen aktiv, darunter auch eine Landschaftsarchitektin, Pädagogen und Handwerker. Kühni staunt über das Interesse, das sein Projekt auslöst, und die Bereitschaft vieler Menschen, in «Fronarbeit» mitzuwirken. Ein Projektentwurf liegt bereits vor. Der Gruppe ist klar, dass noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, bis die Idee realisiert werden kann. Immerhin steht die Kirche auf der Liste der schützenswerten Bauten.

«Es geht mir nicht um einen Gag, es geht mir um die praktische Gestaltung des Evangeliums.» 

Ein Treffpunkt für alle Generationen
Es geht dem neuen Pfarrer um viel mehr als nur um einen Gag, wie er mehrfach betont. Wozu soll ein Kirchturm heute noch dienen? Als Zeitanzeige braucht ihn niemand mehr, ein Wahrzeichen der Stadt ist er – im Gegensatz zum Schloss auf dem Hügel – auch nicht. Kühni möchte das Kirchgelände zu einem Ort umgestalten, wo sich alle Generationen treffen können, wo gelacht wird, wo Menschen sich wohlfühlen und so mit dem Evangelium, der Botschaft der Lebensfreude, in Berührung kommen. Und darum ist die Rutschbahn vom Kirchturm auch nur ein Teilprojekt unter vielen.

Eine einladende Kirche sein
Ein eigentlicher Begegnungsort für alle Generationen ist geplant: eine Riesenschaukel, eine Bocciabahn, Feuerstellen mit Grill und Sitzgelegenheiten, ein «Drecklihaufen», Infrastruktur für Jugendliche und ein Eisenbahnwagen, in dem eine Cafeteria eingerichtet wird, auch Büsche und Nistgelegenheiten für Vögel und Weiteres mehr. Die Rutschbahn ist dabei auch ein Symbol, ein Symbol für eine Kirche, die einladend ist für Familien. 

Ob alles wie geplant zustande kommt, ist im Moment noch offen. Aber Kühni und seine Mitstreiter freuen sich, wenn ihre Vision Realität wird, und sind zuversichtlich. Weil sie ein Zeichen setzen wollen für eine Kirche, die für alle einladend ist und – wenn nicht geografisch, so doch von ihrer Bedeutung her – mitten in der Gesellschaft.

 

Text: Marcel Wildi | Fotos: Rolf Kühni, Fotomontage: Denise Meuli   – Kirchenbote SG, Mai 2018

 


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...


Vom Zauberklang der Dinge  | Artikel

Vom Zauberklang der Dinge ist zugleich ein Dokumentarfilm und eine Webserie über den Schweizer Komponisten und Chorleiter Peter Roth, sein Werk, sowie die Chöre, Singenden und Musizierenden, die sein Schaffen begleiten. Die universale Bedeutung von Klang und Resonanz als Vermittlung zwischen Menschen und Kulturen, zwischen Innenleben und Außenwelt, spielt eine zentrale Rolle in seinem Wirken.


Die Geschichte vom Heiligen Nikolaus – ein Adventsspiel  | Artikel

Ein Adventsspiel aus dem Familiengotttesdienst vom 6. Dezember 2020, 17 Uhr, in der Kirche Heiligkreuz, St.Gallen, Kirchgemeinde Tablat St.Gallen . Die Niklausgeschichte wurde von den Religionslehrerinnen Bettina Ledergerber und Bettina Schawalder zu einem Theaterstück umgeschrieben und eingeübt. Esther Uhland (Klavier) und Susanne Seitter (Gesang) haben den musikalischen Teil übernommen - in Coronazeiten. Hier das Adventsspiel. Ein Film von Andreas Schwendener.


Ohne Worte   | Artikel