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Spiritualität

Am Anfang war der Weg

26.08.2020
Die fünf Bücher Mose erzählen von Menschen, die aufbrachen in ein fernes Land. Viele erreichten ihr Ziel nie. Eine Geschichte des Scheiterns?

Am Anfang war der Weg. Na klar, am Anfang war auch das Wort. Aber das Wort rief die Menschen schon bald dazu auf, sich auf den Weg zu machen. Nur kurz lebte Abraham in Haran, bevor Gott ihn rief und er sich auf die Reise begab.

Wer losläuft, lässt los
Seither wirbt Gott durch sein Wort um die Menschen und zeigt ihnen dort neue Wege auf, wo sie glauben, schon längst angekommen zu sein. Die Bibel ist voller Geschichten von Menschen, die aufbrachen, um diesem Ruf zu folgen. Sie liessen alte Sicherheiten zurück und liefen los im Vertrauen, die Kontrolle über das eigene Leben getrost in die Hände des Rufers legen zu können.

In der DNA des Christentums
Die Metapher des Glaubens als Weg ist alt. Und die Praxis des Pilgerns, des Sich-auf-den-Weg-Machens, ist tief in der DNA des Christentums verwurzelt. Wer pilgert, begibt sich auf eine Reise und stellt den Glauben vom Kopf auf die Füsse. Wer losläuft, lässt los und hält sich fest am Einzigen, was wirklich trägt: der Ahnung, dass diejenigen ihr Leben gewinnen, die es auch verlassen können.

Israeliten erreichten Ziel nie
Die fünf Bücher Mose erzählen von der Befreiung aus der Sklaverei und dem Weg der Israeliten zu ihrem Sehnsuchtsort, dem Verheissenen Land. Die ägyptische Knechtschaft im Rücken, machten sie sich auf, hin zu einem neuen Lebensraum und einer neuen Gottesbeziehung. Das Ziel, obschon verheissen, erreichten diejenigen Israeliten, die Ägypten noch erlebt hatten, jedoch nie. Für viele endete der Weg in der Wüste. Und Mose selbst erblickte das verheissene Land nur aus weiter Ferne. Katastrophales Scheitern?

In Rufweite
Mitnichten. Die Israeliten haben unterwegs bereits gefunden, was sie sich erst für ihr Ziel erträumt hatten. Ein Leben in Rufweite der Stimme, die sie erlöst hat aus ihrer Ausweglosigkeit. Am Sinai, mitten in der heissen, trockenen Wüste, diesem Nicht-Ort, da hat Gott sich ihnen offenbart. JHWH, Ich-bin-der-ich-sein-werde, nannte er sich. Das heisst: Ich werde mit euch sein, ab hier und für immer. Ankommen müsst ihr nicht in euch selbst. Ankommen könnt ihr bei mir, dann seid ihr auch bei euch. Das Ziel der Israeliten lag in dieser neuen Gottesbeziehung. 

 

Text: Florence Gantenbein, Theologin, Wil | Foto: Pixabay  – Kirchenbote SG, September 2020


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Von Anja Knöpfli erfasst am 20.11 2021 20:59

Taufbestätigung

Die Kantonalkirche ist Teil der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz (Abgekürzt EKS). Diese empfiehlt allen Kantonalkirchen die Taufbestätigung oder Taufferinnerung zu feiern (Kap. 4.4 in der eigenen EKS Broschüre Tsufe in evangelischer Perspektive). Es ist eine Amtshandlung sogar in der Evangelischen Landeskirche Thurgau. https://eks.marc.beta.cubetech.ch/wp-content/uploads/2019/11/biblische_aspekte_taufe_de.pdf Leider wurde mir aber die Taufbestätigung schon verweigert n der Kantonalkirche St.Gallen von einem Pfarrer dieser, da ich Bisexuell bin und es wurde kein Stellvertreter organisiert! Leider hast du anders als im Thurgau kein Recht darauf, da es nicht in der Kirchenordnung von St.Gallen vorkommt! Wer Taufbestätigung auch kennt ist die überregionale Metal Church!

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