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Kultur

Rettung des Kapellenwegs

26.04.2022
Dank den drei Luzerner Landeskirchen bleibt der Kapellenweg als Themenweg auf nationaler Ebene erhalten. Der Weg soll zusätzlich belebt werden.

Der Weg führt durch das Rottal, das nach dem Flüsschen Rot benannt ist. 17 Kirchen und Kapellen säumen den Weg von Hellbühl nach Ettiswil. 21 Kilometer ist er lang, 5 Stunden und 15 Minuten Wanderzeit benötigt man dafür, bei mittlerer Kondition. Der Weg führt unter anderem durch das Gebiet der reformierten Kirchen Malters, Wolhusen, Willisau-Hüswil und Sursee.

Die Route auf der alten Landstrasse Luzern–Aarburg mit teils römischem Ursprung ist ein historisches und kulturelles Erlebnis. Und die Kirchen und Gemeinden ermuntern, der Hast des Alltags für eine Weile zu entfliehen und sich in Ruhe auf Gedanken über Gott und die Welt einzulassen. Kleinode wie die winzige Huebkapelle bei Hellbühl, die Kapelle St. Ulrich und Afra mit den «14 Nothelfern» in Ruswil oder St. Ottilien in Buttisholz mit ihrem byzantinischen Erscheinungsbild laden zum Innehalten ein.

Weiterhin im Routennetz
Ohne die Unterstützung der Kirchen wäre der Kapellenweg aus dem Routennetz von «Schweiz-Mobil» gefallen. Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche leisteten über den Verein Luzerner Wanderwege einen finanziellen Beitrag, der eine neue Beschilderung ermöglichte.

Seit geraumer Zeit markieren neue Wegweiser mit der Nummer 528 die Route, die seit 2012 bei «Schweiz-Mobil» existiert. Lilian Bachmann, Synodalratspräsidentin der Evangelisch- Reformierten Landeskirche des Kantons Luzern, erklärt, wie das gemeinsame Projekt zustande kam: «Im Jahr 2020 haben wir ökumenisch 50 Jahre Landeskirchen gefeiert. Aufgrund von Corona konnten keine geplanten Anlässe stattfinden, und auch im Folgejahr unter dem ‹Motto 50+1› waren Treffen sehr reduziert. Um Gemeinschaft draussen an der frischen Luft und in Bewegung zu fördern, haben wir uns ökumenisch für die Trägerschaft des Luzerner Kapellenwegs entschieden.» So sei man über das Jubiläum hinaus mit einem gemeinsamen Projekt weiter auf dem Weg.

Der Kapellenweg soll weiterhin gefördert werden. Anfang Juni starten die Kirchen mit einem Workshop in das Projekt. Das Ziel dabei soll gemäss Lilian Bachmann sein, bei den Kirchgemeinden, den Pastoralräumen, den politischen Gemeinden, der Kapellenstiftung St. Ottilien, Sempachersee Tourismus und dem Verein Luzerner Wanderwege abzuholen, was entlang des Kapellenwegs bereits bestehe und was wann stattfinde. «So haben die Beteiligten denselben Informationsstand, und die existierenden ‹Perlen› werden für alle sichtbar. Vielleicht können die ‹Perlen› noch weiter zu einer ‹Perlenkette› verbunden werden. Das werden wir am Workshop dann sehen, dieser ist ergebnisoffen.»

Carmen Schirm-Gasser


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