News aus dem Kanton St. Gallen

Die Synodalen trafen sich im Schatten der Corona-Pandemie

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25.11.2020
Die Baselbieter Synode genehmigte die Rechnung 2019 und das Budget 2021. Die erste Lesung der neuen Kirchenordnung ist auf nächstes Jahr verschoben.

Die Corona-Pandemie wirkte sich auch auf die Synode der Reformierten Kirche Baselland aus. Nachdem die FrĂŒhlingssitzung verschoben worden war, wollte sich das Kirchenparlament im Herbst wĂ€hrend zweieinhalb Tagen im Landratssaal treffen, um die GeschĂ€fte aufzuarbeiten. Doch auch daraus wurde nichts.

Damit die Schutzmassnahmen wĂ€hrend der zweiten Pandemie-Welle eingehalten werden konnten, tagte die Synode schliesslich am Samstag, 14. November, in der Turnhalle des KV in Liestal. Alle Teilnehmenden trugen Maske und hielten Abstand. Der soziale Austausch blieb auf das Nötigste beschrĂ€nkt. Und der stark verkĂŒrzten Traktandenliste fiel als wichtigstes GeschĂ€ft die erste Lesung der neuen Kirchenordnung zum Opfer. Sie ist auf nĂ€chstes Jahr verschoben. Es sei nicht opportun, sagte KirchenratsprĂ€sident Christoph Herrmann, «ein so gewichtiges Werk unter diesen UmstĂ€nden zu diskutieren». Die Kirchenordnung habe es verdient, dass man sich grĂŒndlich mit ihr beschĂ€ftige.

Es braucht die Kirche
Als weitere Besonderheit aus der Verschiebungder FrĂŒhjahrssynode ergab sich, dass es fĂŒr KirchenratsprĂ€sident Christoph Herrmann, der seit Anfang Jahr im Amt ist, die erste Synode in dieser Funktion war. «Es ist sicher eine denkwĂŒrdige Synode in diesem Rahmen», meinte er. In der Corona-Krise habe die Frage, ob die Kirche systemrelevant sei, eine neue Bedeutung erfahren, so der KirchenratsprĂ€sident. In der ersten Phase der Pandemie seien die Kirchen von Bund und Parlament nur am Rande erwĂ€hnt worden. Bei der zweiten Welle habe man ihren Stellenwert anerkannt. «Das ist eine sehr beeindruckende Entwicklung», meinte Herrmann. «Wir haben gezeigt, dass wir in dieser Gesellschaft fĂŒr die Menschen eine wichtige Funktion haben.»

Rechnung mit Überschuss
Die Synodalen berieten am gleichen Tag ĂŒber die Rechnung 2019 und das Budget 2021. Auch dieses Novum ist der coronabedingten Verschiebung der FrĂŒhjahrssynode geschuldet. KirchenrĂ€tin Sandra BĂ€tscher, zustĂ€ndig fĂŒr die Finanzen, konnte einen erfreulichen Rechnungsabschluss vermelden. Der Überschuss betrĂ€gt 176 000 Franken. Zum ersten Mal seit 2014 weise die Bilanz zudem ein positives Eigenkapital aus. Dies erlaube es, Reserven fĂŒr die Kirchgemeinden zu bilden. Die Synode genehmigte die Rechnung einstimmig.

Budget mit leichtem Defizit
Weniger Positives berichtete Sandra BĂ€tscher zum Budget 2021. So nimmt der Kantonsbeitrag weiterhin ab und erstmals dĂŒrfte aufgrund der Steuervorlage 17 auch der Ertrag der Kirchensteuern der juristischen Personen sinken. «Die finanzielle Lage bleibt angespannt», so Sandra BĂ€tscher. Sie rechnet insgesamt mit einem leicht negativen Ergebnis von rund minus 64 300 Franken. Der Voranschlag enthĂ€lt jedoch auch BetrĂ€ge, um die Aufgaben der Fachstelle fĂŒr Jugendarbeit zu erweitern und eine Projektstudie zur Seelsorge in den Alters- und Pflegeheimen zu finanzieren. Die Synode genehmigte das Budget einstimmig.

Karin MĂŒller

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