News aus dem Kanton St. Gallen

«Nigeria ist ein gefährlicher Ort für Christen»

min
19.09.2022
In Nigeria leben Christen zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Darüber sprach Menschenrechtsaktivist Franklyne Ogbunwezeh von CSI am ökumenischen Frauekafi in Wil.

┬źSie sitzen an Pfingsten im Gottesdienst. Pl├Âtzlich stehen einige Personen in den Kirchenb├Ąnken auf, ziehen eine Waffe und schiessen.┬╗ Franklyne Ogbunwezeh, Mitarbeiter von Christian Solidarity International (CSI), schildert am ├Âkumenischen Frauekafi vom 15. September in Wil den Horror, der sich am 5. Juni in einer katholischen Kirche in der nigerianischen Stadt Owo abgespielt hat. Die ├╝ber 30 Frauekafi-Besucherinnen sind fassungslos. Was geht ab in einem der f├╝hrenden Staaten Afrikas?

┬źEin gef├Ąhrlicher Ort f├╝r Christen┬╗
Der in Nigeria geborene Ogbunwezeh leitet die Menschenrechtsarbeit von CSI in Subsahara-Afrika. Kenntnisreich und engagiert zeigte er auf, wie in die Gewalt gegen Christen und Muslime in Nigeria - ausge├╝bt von militanten islamistischen Gruppierungen wie Boko Haram und Fulani-Milizen - seit Jahren zunimmt. ┬źNigeria ist heute einer der weltweit gef├Ąhrlichsten Orte f├╝r Christen┬╗, so der Menschenrechtsaktivist.┬á

Dschihadisten destabilisieren das Land
Seit 2015 wurden in Nigeria mehr als 6000 Christen umgebracht, und das Morden geht weiter. Fast acht Millionen Menschen sind vom Terror betroffen und leben als Fl├╝chtlinge im eigenen Land. Inzwischen ersch├╝ttert die dschihadistische Gewalt nicht allein Nigeria, sondern droht, ganz Westafrika zu destabilisieren. Dies w├╝rden wir auch bei uns zu sp├╝ren bekommen: ┬źIn Nigeria leben 200 Millionen Menschen. St├╝rzt dieses Land in den Abgrund, werden sich die Menschen in Richtung Europa in Bewegung setzen┬╗, so Ogbunwezeh.

Konkrete Hilfe f├╝r Verfolgte
CSI engagiert auch karitativ in Nigeria und leistet medizinische Hilfe f├╝r Verwundete, richtet Stipendien f├╝r Sch├╝ler aus und hilft Vertriebenen beim Aufbau eines Kleingewerbes. Und was Dr. Ogbunwezeh auch noch sagte: ┬źDie Kirchen in Nigeria sind voll. Der Glaube gibt den Menschen Hoffnung!┬╗ Die Fragen am Schluss des aufr├╝ttelnden Referats zeigten die Brisanz des Themas und die Bereitschaft, sich vermehrt f├╝r verfolgte Christen zu engagieren.

Renate Wagner freute sich, mit Hanna Casty Verst├Ąrkung im Frauekafi-Team zu bekommen. Das n├Ąchste Treffen findet am 17. November statt. Dann mit dem Thema ┬źDas zarte Pfeifen des Hirten - inneres Beten nach Theresa von Avila┬╗. (csi/rh)

www.ref-wil.ch
www.csi-schweiz.ch
www.nigeria-report.org
www.kathwil.ch

 

Text und Bilder: Rolf Hoeneisen, CSI ÔÇô Kirchenbote des Kantons St. Gallen, 19. September 2022

Unsere Empfehlungen

Kirche Grabs wird saniert

Kirche Grabs wird saniert

«Gestern und heute und derselbe in Ewigkeit» … dies gilt für Jesus Christus, aber nicht für die reformierte Kirche Grabs. Sie soll saniert werden.