Schwanger vom Heiligen Geist
Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt. Noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte es sich, dass sie schwanger war vom heiligen Geist.
Dieser «unheilige» Vers ist für viele Gläubige besonders heilig. So sehr, dass nach ihrer Ansicht Maria lebenslänglich Jungfrau blieb. Obgleich die Bibel anderes berichtet. Interessant ist zudem, dass die Bibel an anderen Stellen Josef als Vater von Jesus bezeichnet. Was verständlicherweise verunsichern kann.
Und so nehmen es die einen wortwörtlich mit der Jungfräulichkeit von Maria, andere wiederum verstehen die Aussage symbolisch. Natürlich war es Gott möglich, alles ganz genau so zu bewirken, wie es hier geschrieben steht. Wer davon ausgeht, dass die Wirklichkeit rein rational begründet werden muss, lebt an der Wirklichkeit vorbei. Doch weshalb wissen Paulus und Markus nichts über das «Geboren von der Jungfrau Maria»? Sie erklären die Gottessohnschaft anders.
Es ist doch so oder so wunderbar, dass Gott diesen ganz bestimmten Menschen auf ganz besondere Weise mit seinem Geist erfüllte – wie und wann auch immer. Das wahre Menschsein empfängt dadurch eine spezielle Würde. Für diese Würde engagiert sich unser Glaube und mit Recht rufen wir Jesus als «Sohn Gottes» an. Er ist der Erlöser, dessen ganz normale Geburt wir an Weihnachten feiern. Er erlöst auch von jeder Rechthaberei bei der Frage nach dem «richtigen» Glauben.
(Un-)heilige Verse in der Bibel
Die Bibel enthält manch anstössige, schräge und skurrile Stellen. Eine solche bekommt in dieser Serie jeweils eine Pfarrperson vorgesetzt. Sind auch Sie auf einen Vers gestossen, der Ihnen sauer aufstösst oder ein ungläubiges Lachen entlockt? Dann schreiben Sie den Vers in die Kommentare.
Schwanger vom Heiligen Geist