Von der Einsiedelei zum Influencer Hotspot
Von der Ebenalp ist der Weg durch die Wildkirchli-Höhle und an der Kapelle vorbei spaziergängertauglich. Der St. Galler Reformator Vadian nannte die Grotte 1524 erstmals «Wildkirchli» – Sennen nutzten sie als Andachtsort. 1621 baute Kapuzinerpater Philipp Tanner sie mithilfe der Innerrhoder Behörden zur Wallfahrtskapelle St. Michael aus. Seit der Barockzeit ist der Ort im Alpstein also erschlossen und beliebt.
Einsamkeit und Einkehr herrschten ab 1658, als Paulus Ulmann, Pfarrer von Appenzell, empört vom Sittenzerfall als erster offizieller Einsiedler in die Höhle zog; rund zwei Dutzend weitere folgten bis 1853. Ulmann war es auch, der die Wildkirchli-Stiftung bereits 1679 gründete: Sie besteht bis heute.
Ab 1800 wurde der Ort zum beliebten Ausflugsort, die Eremiten zu den ersten Fremdenführern des Alpsteins. Berggasthaus (1860) und Bahnen nach Wasserauen (1912) und auf die Ebenalp (1955) kurbelten den Tourismus an. Zum Instagram-Hotspot wurde der Äscher 2015 als Cover des National-Geographic-Buchs «Destinations of a Lifetime», also Reiseziele fürs Leben. Im Untertitel hiess es: 225 der erstaunlichsten Orte der Welt. Influencer weltweit überbieten sich seither mit Bildern vom Äscher. Stille und Einsamkeit kehren nur im Winter zurück: Dann ist das Gasthaus geschlossen, die rutschigen, lawinen- und steinschlaggefährdeten Wege sind gesperrt.
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