Die Legislatur des Kirchenrates geht zu Ende. Am 29. Juni stehen Gesamterneuerungswahlen an: Die Synode, das Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen, wählt den Kirchenrat, die Exekutive.
Gibt es gestaffelte Rücktritte?
Eigentlich ist die Ausgangslage klar: Sven Hopisch (Unteres Rheintal) und Heiner Graf (Buchs) treten wieder an, ebenso Kirchenratspräsident Martin Schmidt. Antje Ziegler (St. Gallen) stellt sich nicht mehr zur Verfügung, als Neue kandidiert Christina Hegelbach* St. Gallen). Und die Bisherigen Annina Policante (St. Gallen), Urs Noser (Altstätten) und Heinz Fäh (Rapperswil-Jona) stellen sich erneut zur Wahl, allerdings mit der klaren Absicht, in ein bis zwei Jahren zurückzutreten. Dies bekräftigten sie dem «Kirchenboten» im vergangenen Sommer und Herbst.
Noser und Policante halten an ihrer Rücktrittsabsicht fest, wie sie auf Anfrage des «Kirchenboten» bestätigen. Sie wolle vermeiden, dass alle drei Kirchenräte gleichzeitig wechselten, sagt Policante, und richte sich auch nach ihren Kollegen: «Je nachdem, wie viele im nächsten Jahr zurücktreten wollen, verlängere ich noch ein Jahr oder eben nicht.»
Wahl für volle Amtstdauer
Fäh hingegen sieht seine Planung heute flexibler. Im vergangenen Jahr schrieb er noch, sich «lediglich für ein bis maximal zwei weitere Jahre» zur Verfügung zu stellen. Nun fasse er eine Rücktritt «irgendwann im Jahr 2028» ins Auge. Als Begründung, allenfalls etwas länger im Amt zu bleiben, nennt er laufende Prozesse: die Verfassungsrevision, eine Strukturbereinigung im Kirchenrat und die Kirchenpartnerschaft mit der Moravian Church in Tansania. Die Kirchenpartnerschaft besteht seit 2021.
So oder so: Die Synode wählt den Kirchenrat für vier Jahre. Die Wahl für eine reduzierte Amtszeit ist nicht vorgesehen. Ob und wann ein Ratsmitglied während der Legislatur zurücktritt, liegt in seinem eigenen Ermessen. Weitere Kandidaturen sind auch an der Synode noch möglich.
*Transparenzhinweis: Christina Hegelbach ist zurzeit Präsidentin der Kirchenbote-Kommission die im Auftrag der Synode den «Kirchenboten» herausgibt.
Ausgangslage vor Kirchenratswahl