News aus dem Kanton St. Gallen

Unterstützung, die wirkt

von Andreas Ackermann
min
17.06.2024
«Ich glaube, dass wir einen Unterschied machen können», sagt Claudia Tobler. Die Sozialarbeiterin führt am Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe den Kirchlichen Sozialdienst.

┬źOft lehnen sie sich zur├╝ck, schauen aus dem Fenster und lassen ihren Blick schweifen┬╗, erz├Ąhlt Claudia Tobler. Daran merke sie, dass sich bei den Lernenden etwas ver├Ąndere.

Auch Claudia Tobler l├Ąsst den Blick gerne aus ihrem B├╝ro ├╝ber die Stadt St.ÔÇëGallen schweifen. Doch allzu oft bleibt ihr nicht die Zeit dazu. Die Sozialarbeiterin betreut den Kirchlichen Sozialdienst (KSD) der Berufsschule mit 2500 Lernenden. Diese k├Ânnen sich bei Konflikten oder Problemen an sie wenden, aber auch Lehrpersonen, Ausbildnerinnen und Eltern. Grund f├╝r┬áeine Kontaktnahme sei oft die Lernsituation, etwa der Umgang mit Druck oder Probleme, sich zu organisieren, sagt Claudia Tobler. Weitere Gr├╝nde seien auch Budgetsorgen, Konflikte am Arbeitsplatz oder Konflikte mit Gleichaltrigen, die oft im Internet stattfinden.

Kirche als Pionierin

Eine Beratung dauere in der Regel zwei bis drei Sitzungen. Oft gehe es darum, den jungen Erwachsenen Werkzeuge in die Hand zu geben, um eine neue Sichtweise zu entwickeln und das Problem selbst meistern zu k├Ânnen. ┬źEin Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist noch nicht so krisenerprobt. Da hilft punktuelle Unterst├╝tzung.┬╗

An allen Berufsschulen des Kantons besteht das Angebot des KSD. Entstanden ist er im Jahr 1987, als die reformierte Kirche am Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg einen schul-
internen Sozialdienst ins Leben rief. In der Folge teilten sich die katholische und die reformierte Kirche die Kosten. Angebote in weiteren Berufsschulen kamen dazu. Heute tragen die Kirchen den KSD gemeinsam mit dem Kanton. Der Name ist geblieben. ┬źOft empfinde ich die Wege bei den Kirchen als k├╝rzer┬╗, sagt Claudia Tobler. ┬źZudem fragen sie weniger nach Leistung und Mehrwert.┬╗ Wenn sie den Lernenden den Dienst vorstelle, sage sie jeweils, dass es den Kirchen ein Anliegen sei, dass sie erfolgreich eine Ausbildung machen k├Ânnten.

Wissen, wie anpacken 

Auch Claudia Tobler ist dies ein Anliegen. ┬źIch bin ├╝berzeugt vom dualen Bildungssystem mit Lehre und Berufsschule.┬╗ Auch sie hat zun├Ąchst eine Lehre als Feinmechanikerin gemacht, dann Soziale Arbeit studiert. ┬źIch mag die Arbeit mit den jungen Menschen┬╗, sagt sie. Nat├╝rlich ganz besonders, wenn sich die Lernenden nach einer Beratung zur├╝cklehnen, den Blick schweifen lassen und sagen: ┬źJetzt weiss ich glaub, wie ich es anpacke.┬╗

Kirche tut gut

Von seelsorgerischer Begleitung ├╝ber Angebote f├╝r Jugendliche bis zum gew├Âhnlichen Sonntagsgottesdienst: Kirche tut gut. Auch denjenigen, die mit Kirche vordergr├╝ndig nur wenige oder keine Ber├╝hrungspunkte haben. Mehr dazu hier:

ref-sg.ch/kirche-tut-gut

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