News aus dem Kanton St. Gallen

Was mir die Konfirmation bedeutet

von Katharina Meier
min
01.09.2023
Konfirmation: Manche messen dieser etwas aus der Mode gekommenen Übergangsfeier einen hohen Stellenwert bei. Warum? Wir fragten nach.

Jurij J√§rmann genoss in der Primarschule den obligatorischen Religionsunterricht. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn, so sagt der 16-J√§hrige: ¬ęIch habe die jeweiligen Themen ernst genommen, mich in sie vertieft, sie aufgesaugt.¬Ľ Mit dem Gedanken, dass damit beim √úbertritt in die Oberstufe Schluss sein sollte, da der Religionsunterricht auf Freiwilligkeit basiert, konnte sich Jurij J√§rmann nicht anfreunden. Er wollte die Vertiefung, die Diskussion, das Sich-Gedanken-Machen nicht missen. Der Jugendliche entschloss sich, den Religionsunterricht weiterhin zu besuchen. Freiwillig. Denn Jurij J√§rmann war wohl getauft, der Kirche geh√∂rte er aber zu diesem Zeitpunkt nicht an.¬†

Selber bestimmen zu k√∂nnen, den eigenen Weg zu gehen und frei zu denken, ist Jurij J√§rmann wichtig. Und so wollte er den Religionsunterricht w√ľrdig abschliessen: Er trat der Kirche bei und √§usserte den Wunsch, sich auch konfirmieren zu lassen. ¬ęDer Mensch soll das tun, worauf er Lust hat, niemand soll zu etwas gezwungen werden.¬Ľ Er habe f√ľr sich entschieden, die Verantwortung f√ľr seinen eigenen Weg zu √ľbernehmen, sagt er. Die Konfirmation sei ihm wichtig gewesen. Er habe den Unterricht und die Erlebnisprogramme sehr positiv erlebt, auch wegen des Pfarrers Fabian Kuhn. ¬ęDie Feier selbst war spontan, unterhaltsam, nie langweilig und doch nicht oberfl√§chlich.¬Ľ¬†

Nun steckt der 16-J√§hrige in der Erwachsenenwelt. Als Spenglerlehrling hat er einen Handwerksberuf mit Zukunft ergriffen. Von der Konfirmation geblieben ist etwas vom Wichtigsten: ein ¬ęGsp√§ndli¬Ľ, mit dem sich Jurij J√§rmann einmal in der Woche trifft.

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