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Kultur

Referat über ein unbekanntes Juwel in der evangelischen Kirche in Ganterschwil

Marienzyklus und Passion Christi

12.07.2016
Die reformierte Kirche Ganterschwil verfügt mit Wandmalereien aus dem Mittelalter über einen einmaligen kunsthistorischen Schatz.

Ende Mai nahm sich der Bütschwiler Paul Meinrad Strässle, Professor für Byzantinistik an der Universität Zürich, dem Marienzyklus und der Passion Christi an und erklärte einem interessierten Publikum die Bedeutung der beiden Register und verwies auf die später angebrachte gotische Architekturmalerei in der Grisailletechnik. Ganterschwil war im Mittelalter eine eigenständige Pfarrei. Sie gehörte der Diözese Konstanz an. Die Kirche wurde der Gottesmutter Maria geweiht und als Kirche «Unserer Lieben Frau» bezeichnet. Urkundlich wird sie erstmals 1361 erwähnt.

Ab 1483 bekam das Toggenburg und damit auch Ganterschwil einen neuen Landesherrn: den Fürstabt von St.Gallen. Unter Ulrich Rösch, so erläuterte Strässle, seien vermutlich auch die Malereien entstanden. Dabei habe der Künstler Hans Haggenberg das biblische Geschehen in die Gegend des Toggenburgs gesetzt: In beiden Registern erscheinen im Hintergrund immer wieder grüne Hügel, den Churfirsten ähnlich, so dass sich die Gläubigen besser mit den Szenen identifizieren konnten. 

 

Text und Foto: Katharina Meier – Kirchenbote SG, Juli-August 2016

 


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