Logo
Politik

Gedanken eines Tierarztes

Des Schweizers und der Schweizerin liebstes Haustier ist nach wie vor die Katze, dann der Hund und anschliessend all die Tierarten, die in einem Käfig oder Gehege in der Wohnung gehalten werden können (Vögel, Hamster, Hasen, Ratten oder auch Fische). Dann folgen die Exoten wie Waschbären, Minischweine, Schlangen oder Giftspinnen.

Schon als Kind war für Filippo Bentivoglio klar, dass er Tierarzt werden wollte. Die ersten fünf Jahre auf dem elterlichen Bauernhof in Italien und die folgenden Jahre, in denen er seine Freizeit auf dem nachbarschaftlichen Bauernhof in Mörschwil verbrachte, prägten ihn. Unterdessen übt er diesen Beruf bereits seit 30 Jahren aus, in einer Kleintierpraxis in der Stadt St. Gallen, wo die klassischen Haustiere und ihre Besitzer seine Stammkunden sind.

«Tiere halten heisst Verantwortung übernehmen.»

Tiere als Ruhepol 
Manches hat sich in dieser Zeit verändert. Früher war ein Grossteil der Menschen vollauf damit beschäftigt, für seine eigenen Lebensbedürfnisse schauen zu müssen; Tiere waren da in erster Linie Nutztiere und spielten eine Nebenrolle. Heutzutage wird wegen der zunehmenden Vereinsamung vieler Menschen das Tier immer mehr zum Partnerersatz. Und nicht selten sei es auch einfacher, so der Veterinär, mit einem Haustier auszukommen als mit dem Partner oder dem Nachbarn. Tiere sind ausserdem vorurteilslos - ein Pluspunkt in einer Welt, in der wir immer perfekter sein müssen. Tiere sind für manche auch eine Art Ruhepol in einer hektischen, schnellen, digitalen Welt. 

Grenzen der Haustierhaltung 
Es gibt gute Gründe, ein Haustier als Begleiter zu haben. Dass Tiere einen positiven Einfluss auf die Bewohner eines Heims haben, ist unterdessen längst erwiesen. Die Grenzen bei der Tierhaltung sieht Filippo Bentivoglio vor allem dort, wo vor lauter Vermenschlichung des kleinen Mitbewohners die natürlichen Bedürfnisse des Tieres bewusst oder unbewusst nicht genug berücksichtigt werden. Wenn also der dritte Hund eines Besitzers mit den gleichen Symptomen in seine Praxis gebracht wird, dann liegen für ihn die Schwierigkeiten höchstwahrscheinlich nicht bei den Tieren, sondern beim Halter. 

Keine kosmetische Operationen
Auf die Frage, was er in seiner Praxis grundsätzlich nicht mache, gibt Bentivoglio zwei Antworten: zum einen Euthanasie (also das Einschläfern eines Tieres, einfach weil ein Besitzer das zum Beispiel aufgrund seiner geänderten Lebensumstände möchte, ohne dass ein medizinischer Grund vorliegt) und zum andern Operationen aus rein kosmetischen Gründen. Wie bei der Humanmedizin stellen sich auch in der Tiermedizin aufgrund der modernen technischen Möglichkeiten immer mehr die Fragen, was an Behandlungen und Operationen wann noch sinnvoll ist oder nicht. 

Bentivoglios Fazit: Tierbesitzer müssen sich über ihre eigenen Möglichkeiten, die Bedürfnisse der Tiere und ob beides zusammenpasst, im Klaren sein. Dann geht es beiden gut.

 

Text: Marcel Wildi | Fotos: pixabay  – Kirchenbote SG, September 2018

 


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Kommentar erstellen
KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Mutiger Junge gesucht!  | Artikel

Für die Schweizer Uraufführung des Pop-Oratoriums «Luther» am 3. November in der Olma-Halle St. Gallen wird ein mutiger Knabe zwischen zehn und 12 Jahren gesucht, der in einer kurzen Szene den jungen Martin Luther verkörpert. Dafür findet am Dienstagnachmittag, 11. September, um 17 Uhr, ein Casting statt. Weitere Informationen siehe http://www.luther-oratorium.ch/artikel/details/mutige-jungs-gesucht/.

Interessierte melden sich unter musik@ref-sg.ch

 


Luther Oratorium in St. Gallen – Die Proben sind angelaufen!  | Artikel

Ein Pop-Oratorium über den Reformator Martin Luther wird am 3. November erstmals in der Schweiz aufgeführt. Für das Projekt in St. Gallen wurden  Sängerinnen und Sänger gesucht und schnell gefunden. Die erste Probe hat bereits stattgefunden, es gilt die eingängigen Melodien mehrstimmig zu üben, auf dass die Aufführungen am 3. November in den Olma-Hallen glücken.

www.luther-oratorium.ch

 

Mehr Impressionen von der ersten Probe finden sie hier.


Zwitschern Sie mit!  | Artikel

Seit Ende September lädt der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) die Bevölkerung ein, über den Glauben nachzudenken. Dies geschieht mit einer Plakatkampagne oder mit den zwölf theologischen Kurzbotschaften, den Glaubenstweets. Lassen Sie sich vom Gezwitscher inspirieren!


Bike und Bibel  | Artikel

Die St.Galler Kantonalkirche nahm 2003 einen Trend vorweg. Als der Begriff E-Bike noch in den Sternen stand, setzte sie aufs Fahrrad und eröffnete den Bibel-Veloweg. Zeit also, ihn wieder in Erinnerung zu rufen und sich auf das Velo zu schwingen, eine Tour zu unternehmen. Mehr erfahren Sie hier.

Der Flyer und die Velokarte dazu