News aus dem Kanton St. Gallen

Neuer Kirchenrat strukturiert und verteilt Ressorts

min
29.10.2026
Der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen hat die eigene Ressortstruktur überprüft und die Zuständigkeiten neu verteilt.

Der Kirchenrat hat sich an seiner Sitzung im Oktober nun definitiv neu organisiert. Für die Konstituierung hat sich der Rat etwas mehr Zeit genommen: Durch den Ratswechsel im vergangenen Sommer und die anstehenden im kommenden Jahr die Chance bot, die Ressortstruktur grundlegend zu überprüfen.

Ein Wechsel, einige Ankündigungen

An der Synode im Juni wurde Christina Hegelbach neu in den Kirchenrat gewählt. Zuvor war Kritik laut geworden, das Gremium sei überaltert: Bis auf eine Ausnahme waren alle Mitglieder seit mindestens drei Amtsdauern, also seit zwölf Jahren, im Amt. Darauf legten einige Räte ihre Pläne offen: Urs Noser und Annina Policante wollen im Sommer 2027 zurücktreten, Heinz Fäh ein Jahr später. Heiner Graf und Kirchenratspräsident Martin Schmidt wollen die laufende Amtsdauer bis 2030 zu Ende führen. (W)

«Unser Ziel war es, die Aufgaben konsequent nach inhaltlichen Zusammenhängen zu bündeln», sagt Martin Schmidt, Präsident des Kirchenrates. «Themen, die zusammengehören, sind nun im gleichen Ressort».

Kommunikation im Präsidium

So bilden neu Diakonie und Seelsorge ein Ressort. Sowohl in der Diakonie als auch in der Seelsorge begleiten die Mitarbeitenden Menschen in belastenden Lebenssituationen. Zu diesem Ressort gehört neu auch die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung. Alle Bildungsaufgaben – vom Religionsunterricht über den Konfweg bis zur Erwachsenenbildung und zum Theologiekurs – sind nun im Ressort «Bildung und Theologie» gebündelt. Und die generationenbezogene Arbeit von der Familie bis zu den jungen Erwachsenen findet im Ressort «Generationen» ihren Platz. Die Kommunikation ist neu dem Präsidium zugeordnet. Das entspricht der Praxis: Wer die Kirche nach aussen vertritt, verantwortet auch, wie sie kommuniziert.

Mit Blick auf die Mitglieder des Kirchenrates sieht die Ressortzuteilung wie folgt aus: Kirchenratspräsident Martin Schmidt führt neben den präsidialen Aufgaben das Ressort «Kommunikation». Sven Hopisch ist neu Vizepräsident des Kirchenrates und er führt das Ressort «Bildung und Theologie». Heiner Graf ist für die Finanzen und Liegenschaften zuständig, Urs Noser für das Ressort «Generationen». Christina Hegelbach leitet das Ressort «Gemeindeleitung und kirchliches Leben», Hein Fäh das Ressort «Weltweite Kirche». Annina Policante steht schliesslich dem Ressort «Diakonie und Seelsorge» vor.

Verschiedene Querschnittsaufgaben wie Personaladministration, IT, Rechtsfragen oder die Meldestelle für Persönlichkeitsschutz ist neu bei der Kanzlei zusammengefasst. Das schafft eine einheitliche Anlaufstelle und entlastet den Kirchenrat.

Weniger Schnittstellen

Schliesslich ist der Kirchenrat bei den Ausschüssen über die Bücher gegangen. Neu gibt es nur noch drei. Der bisherige Ausschuss für Verwaltung und Kommunikation teilt sich nun in die folgenden beiden Ausschüsse auf: «Personal und Geschäftsführung» und «Finanzen und Liegenschaften». Der dritte Ausschuss heisst «Unterstützungsgelder Inland». Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Unterstützung von regionalen Projekten, insbesondere Projekte von Kirchgemeinden. Aufgabe der Ausschüsse ist es, thematisch abgegrenzte, wiederkehrende Entscheidungsaufgaben zu übernehmen.

«Insgesamt führt die neue Struktur zu weniger Schnittstellen und klareren Verantwortlichkeiten», sagt Martin Schmidt. «Zudem hoffen wir, dass die neue Struktur für die Kirchgemeinden und die Mitarbeitenden besser nachvollziehbar ist». (kid/Ack)

Unsere Empfehlungen

Es fehlt an Streitkultur

Es fehlt an Streitkultur

Zwei Kirchenräte, die beinahe die Wiederwahl verpassen, obwohl sich kein Gegenkandidat finden lässt. Ein Sprengkandidat, der keiner sein will. Und eine Synode, die die Öffentlichkeit vor die Tür stellt. Der St. Galler Kirche fehlt es an Streitkultur. Ein Kommentar von Stefan Degen.
Die Frauen in der Reformation nicht unterschätzen

Die Frauen in der Reformation nicht unterschätzen

Luther, Calvin und Zwingli gelten gemeinhin als heroische Kämpfer für die Erneuerung des Glaubens und der Kirche. Dabei war die Reformation eine breite Volksbewegung, wie das Beispiel Basel zeigt. Die Kirchenhistorikerin Andrea Hofmann über singende Gemeinden und geschäftstüchtige Druckerwitwen. 
Verfassungsreform: Berater ausgewechselt

Verfassungsreform: Berater ausgewechselt

Martin Peier begleitet zukünftig den Prozess der Gesamtrevision der Verfassung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen. Der Kirchenrat hat ihm diese Aufgabe übertragen. Er übernimmt von Roland Plattner.