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Gesellschaft

Zusammenleben zwischen Sehnsucht und Realität

Herausforderung Familie

23.05.2018
Noch nie hat die Menschheit so viele und so schnelle Veränderungen erlebt wie heute. Das hat auch Auswirkungen auf die Familie.

Die klassische Familie ist immer noch der Wunschtraum der meisten jungen Menschen: eine Partnerin bzw. ein Partner, mit dem man das ganze Leben zusammenbleibt, ein bis zwei Kinder, dazu noch ein Haustier und im Idealfall ein eigenes Haus hat. Aber Wunsch und Wirklichkeit sind nicht immer dasselbe.

Die aktuellen Herausforderungen
Die Zahl der Single-Haushalte nimmt (in allen Altersgruppen) stetig zu, vier von zehn Ehepaaren bleiben nicht ihr Leben lang zusammen, ein Eigenheim kann sich nur eine kleine Minderheit leisten. Alleinerziehende mit ihren Kindern stehen ebenso vor besonderen Herausforderungen wie Patchwork-Familien. Gleichgeschlechtliche Paare beanspruchen die gleichen Rechte in allen Bereichen. Grosseltern und Eltern mit ihren Kindern wohnen je länger je weniger am gleichen Ort, die Gleichberechtigung der Geschlechter scheitert immer noch oft an gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Es gibt so viele verschiedene Erziehungskonzepte, dass junge Eltern gar nicht mehr wissen, wie sie ihre wichtige Aufgabe wahrnehmen sollen. Und selten ist uns bei alledem bewusst, dass die klassische mitteleuropäische bürgerliche Familienform gar nicht der Normalfall, sondern die grosse Ausnahme in der Menschheitsgeschichte ist. Der Normalfall ist das Zusammenleben in der Sippe.

Die Herausforderungen annehmen
Die Familien heute stehen von vielen Seiten unter Druck. Aber das ist noch lange kein Grund, den Wunschtraum aufzugeben. Die Familie ist nach wie vor die Basis unserer Gesellschaft. Und unsere ganze Gesellschaft ist gefordert, den entsprechenden Beitrag zu leisten, dass diese Basis weiterhin gesund bleibt – die Politik und die Wirtschaft ebenso wie die Kirchen oder die Schulen und nicht zuletzt jeder und jede einzelne. Wenn, wie Walter Hollstein sagt, die Alternative zur Familie die Familie ist (S. 5), dann heisst das ja, dass es im grossen Ganzen gar keine andere sinnvolle Form des Zusammenlebens gibt. Wir tun also gut daran, ihr Sorge zu tragen. Das wiederum bedeutet aber, dass uns Familienglück nicht einfach in den Schoss fällt, wie wir uns das manchmal etwas naiv wünschen. Wir kommen nicht darum herum, uns dafür zu engagieren.

Die Rolle der Kirche
Und welchen Beitrag kann die Kirche leisten? Erfreulich ist, dass unter dem umfassenden Stichwort Generationenkirche die Herausforderung Familie auch in der Kirche immer mehr bewusst angegangen wird. Zum einen im Wissen darum, dass diese Welt nie perfekt sein wird, dass es aber einen Gott gibt, der die Menschen und die Familien liebt, jede Lebenssituation versteht und immer für uns da ist. Zum andern gerade so, wie die Bedürfnisse am Ort am dringendsten sind. Und da ist es sicher von Vorteil, dass die Kirche eine Gemeinschaft ist, in der alle Generationen gleichwertig vertreten und engagiert sind.

 

Text: Marcel Wildi | Foto: pixabay  – Kirchenbote SG, Juni-Juli 2018

 

Haben Sie gewusst, dass…

– weltweit die Mehrheit der Kinder bei ihren Grosseltern aufwächst, weil die Eltern beide Vollzeit am Arbeiten sind, um die Familie ernähren zu können?

– eine Familie sieben Generationen umfassen kann? 1989 erlebte die 109-jährige Augusta Bunge aus Wisconsin die Geburt ihres Ur-Ur-Ur-Ur-Enkelkindes.

– Grosseltern in der Schweiz pro Jahr rund 100 Millionen Stunden Einsatz leisten?

– die Geburtenzahlen in der Schweiz seit zwölf Jahren konstant steigen (auch bei den Reformierten) und die Scheidungsrate kontinuierlich sinkt?

– heute eine Generation biologisch gesehen etwa 30 Jahre dauert, soziologisch gesehen (also hinsichtlich Werte, Musik, Sprache, Mediennutzung…) aber lediglich etwa fünf Jahre?


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