«Gott, was hast du mit mir vor?»
«Du besuchst 20 Gottesdienste und wöchentlich den Konfirmandenunterricht.» So ungefähr war es früher geregelt, wenn man konfirmiert werden wollte. «War das eintönig!», habe ich schon viele Eltern sagen hören, wenn sie an ihre eigene Konfirmation zurückdachten. Wie läuft’s denn eigentlich heute?
Interessante Projekte
«Attraktiv!», wird uns erzählt, gerade auch wegen unserer Konf-Projekte: Am Zwei-Stunden-Lauf wird gerannt für Projekte in der dritten Welt, im «Stütlihus» wertvolle Zeit mit Bewohnern verbracht, weiter über Themen wie Sucht, Tod und Suizid oder Gerechtigkeit und Strafe diskutiert, mit Besuch eines Häftlings aus dem Saxerriet. Und last, but not least, fahren wir nach Dachau, um über Antisemitismus zu sprechen. Die Projekte sind nah am Leben dran und widmen sich insbesondere auch den schwierigen Themen. Das löst viel aus.
Das möchte ich Gott fragen: «Warum hast du das zugelassen?»
Wenn wir in die Notizen der Konfirmanden und Konfirmandinnen schauen – sie führen eine Art Tagebuch, das wir später mit ihnen besprechen – wird das deutlich. Über Fragen wie «Was hast du mit mir vor?» oder «Warum hat Gott das zugelassen, obwohl er doch da war?» und viele weitere rund um Gott, die Welt, die Kirche und den (persönlichen) Glauben sprechen wir bei den Konf-Gesprächen. Vater, Mutter und Tochter oder Sohn sitzen um den Tisch, wir dazu, und so landen wir bald bei tiefen Themen unseres Lebens.
Auch im Konf-Lager gehen die Jugendlichen mit angestellten und freiwilligen Leitenden einen Beziehungs- und Glaubensweg. Dies alles mit dem Ziel, dass sie vor ihrer Konfirmation für sich persönlich sagen können, wie sie zu Gott stehen. Ist er für sie einfach Gegenstand eines absolvierten Unterrichts, ist er Chef der Kirche, zu der sie gehören möchten, ein stiller Begleiter der Familientradition oder ein persönlicher Ansprechpartner fürs Leben? Die Antworten der Jugendlichen sind verschieden, aber – so sagen es die Pfarrer John Bachmann und Martin Frey aus ihrer Erfahrung – sie sind bewusster als auch schon.
Klarer Entscheid für Konfirmation
In einem Umfeld, das in vielen Teilen säkular ist, braucht es eine klarere Entscheidung für oder gegen die Konfirmation. Bewusst entscheiden dürfen sich die Konfirmanden auch, wie ihre Feier daherkommt. Was für Elemente soll der Konfirmationsgottesdienst haben? Wo bringen sie sich mit ihren Talenten ein? Das ist jeweils die Frage. Am Ende entsteht ein kreativer, abwechslungsreicher und feierlicher Gottesdienst, der uns alle verbindet und in Erinnerung bleibt.
«Gott, was hast du mit mir vor?»